Wenn der Schimmel im Sommer kommt

    26. Juli 2017, 15:53
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    Hohe Außentemperaturen gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit können zu massiven Schimmelproblemen führen

    Schimmelbildung in Innenräumen kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Für viele Menschen ist es aber gerade im Sommer verlockend, feuchte Keller oder muffige Wohnräume zu lüften, um einer möglichen Schimmelbildung vorzubeugen. Falsches Lüften führt in vielen Fällen aber zum gegenteiligen Ergebnis, warnt die Plattform "MeineRaumluft.at" in einer Aussendung.

    Denn beim Lüften treffe warme, feuchte Luft auf kühlere Stellen in Räumen. Dabei wird der Taupunkt unterschritten und es bildet sich Kondensat – die ideale Voraussetzung für Schimmelbildung. Gerade im Sommer sei das Verhältnis von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Keller für Schimmelwachstum optimal, heißt es in der Aussendung. Besonders, wenn dort Bücher, Kleider, Schuhe oder anderes organisches Material gelagert werden, könne es zu "explosionsartigem Wachstum" kommen.

    "Schimmelsporen vermehren sich zumindest einmal pro Woche, jeder Quadratzentimeter kann bis zu einer Million solcher Sporen bilden. Da kann man sich vorstellen, dass hier schnell ein Problem entsteht", wird Joseph Strauss, Experte für Pilzgenetik an der Universität für Bodenkultur, zitiert.

    Müdigkeit und Kopfschmerzen

    Schimmel stellt eine Schadstoffbelastung für die Bewohner dar. Bei Empfindlichkeit oder sehr hohen Schimmelkonzentrationen können neben häufiger Müdigkeit und Kopfschmerzen chronische Atemwegserkrankungen und allergische Reaktionen die Folge sein.

    Neben Baumängeln oder Bauschäden ist laut Experten das falsche Lüftungsverhalten eine der häufigsten Ursachen für Schimmelbildung. Betroffen sind sowohl Alt- als auch Neubauten. "Wie beim Gebrauch einer Waschmaschine die Bedienungsanleitung befolgt werden muss, so muss auch eine Wohnung oder ein Haus richtig bewohnt werden, um Schimmelbildung und die damit einhergehenden Probleme zu vermeiden", heißt es in der Aussendung.

    Stoßartig lüften

    Die Luftfeuchtigkeit in den Räumen sollte dauerhaft zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Daher gilt, an schwülen, warmen Tagen nur kurz und stoßartig zu lüften, wenn die Außentemperatur sinkt – also nachts und in den frühen Morgenstunden. Auch eine Querlüftung, also das vollständige Öffnen von gegenüberliegenden Fenstern, wird von den Experten empfohlen, alternativ sei auch ein Ventilator empfehlenswert.

    Gleichzeitig sollten Aktivitäten, die hohe Feuchtigkeit in Innenräumen produzieren wie beispielsweise Wäsche-Aufhängen, vermieden werden. Vor allem in Kellerräumen sei auch der Einsatz von Entfeuchtungsgeräten sinnvoll. Wer seine Kellerräume mittels Lüften austrocknen will, sollte damit am besten auf kalte Herbst- und Wintertage warten.

    Während heißer, feuchter Stunden sollten alle Fenster und Türen geschlossen werden, die relative Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überprüft werden. Auch eine kontrollierte Wohnraumlüftungsanlage und Klimaanlagen oder Fenster mit integrierten Lüftungssystemen sorgen für geringere Luftfeuchtigkeit in den Räumen, so die Experten. (red, 26.7.2017)

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