Fünfeinhalb Jahre Haft für deutschen Islamistenführer Sven Lau

26. Juli 2017, 14:55
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Einer der bekanntesten Vertreter des radikalen Islams in Deutschland verurteilt

Düsseldorf – Der deutsche Islamistenführer Sven Lau ist als Terrorhelfer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht (Nordrhein-Westfalen) sprach den 36-Jährigen am Mittwoch wegen Unterstützung der islamistischen Terrormiliz Jamwa schuldig. Lau gehört gemeinsam mit Pierre Vogel zu den bekanntesten Gesichtern des radikalen Islam in Deutschland.

Die Bundesanwaltschaft hatte sechseinhalb Jahre Haft für Lau gefordert und ihn einen "Überzeugungstäter" genannt. Er habe den Jihad in Syrien von Deutschland aus unterstützt und dabei unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe agiert. So habe er Terroristen in Syrien Islamisten als Kämpfer vermittelt, außerdem habe er etwa drei Nachtsichtgeräte beschafft.

Der Terrormiliz Jamwa gehe es um die Errichtung eines Kalifatstaates, argumentierte die Bundesanwaltschaft. Teile der Gruppe hätten sich inzwischen dem "Islamischen Staat" (IS) angeschlossen. Lau habe zudem – unterstützt von Pierre Vogel – ein salafistisches Netzwerk in Deutschland aufgebaut und beherrscht. Laus Verteidiger Mutlu Günal hatte einen Freispruch beantragt. (APA, dpa, 26.7.2017)

  • Sven Lau im Gerichtssaal in Düsseldorf am Mittwoch.
    foto: apa/afp/dpa/rolf vennenbernd

    Sven Lau im Gerichtssaal in Düsseldorf am Mittwoch.

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