Prozess um Millionen-Diebstahl endet mit mehrjährigen Haftstrafen

26. Juli 2017, 14:35
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Männer hatten auf dem Areal des Schlosses Frohsdorf versteckte Gold- und Silbermünzen ausgegraben – Urteil nicht rechtskräftig

Wiener Neustadt – Ein Schöffenprozess um einen Diebstahl von Gold- und Silbermünzen im Wert von rund 2,6 Millionen Euro auf dem Areal des Schlosses Frohsdorf von Superfund-Gründer Christian Baha ist am Mittwoch in Wiener Neustadt mit unbedingten Haftstrafen zu Ende gegangen. Die beiden Angeklagten wurden wegen schweren Einbruchsdiebstahls und Geldwäscherei schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 34-Jährige erhielt drei Jahre Freiheitsstrafe, der 41-Jährige fasste dreieinhalb Jahre aus. Bei so einem hohen Schaden sei eine unbedingte Haftstrafe zu verhängen gewesen, begründete der vorsitzende Richter das Urteil. Dem Privatbeteiligten Baha wurden 1,6 Millionen Euro zugesprochen.

Die Angeklagten – beide ehemalige Mitarbeiter der Superfund-Gruppe – gaben zu, zwischen Herbst 2014 und Anfang 2015 im Park des Schlosses Frohsdorf in Lanzenkirchen (Bezirk Wiener Neustadt) vor rund fünf Jahren vergrabene und einbetonierte Münzen ausgegraben sowie einen mit Beton ausgegossenen Kamin im Schloss aufgestemmt und den "Schatz" gestohlen zu haben. Geschädigter war Superfund-Gründer Christian Baha, er soll die Münzen vom Erstangeklagten – von Beruf Maurer – verstecken bzw. einbetonieren haben lassen. Die Beute betrug laut Anklage insgesamt 87 Kilo Raugold (entspricht etwa 82 Kilo Feingold) sowie 50 Kilo Silbermünzen im Wert von 2,6 Millionen Euro.

Motiv: Finanzielle Schwierigkeiten

Die Männer bekannten sich am Mittwoch schuldig und nannten als Motiv finanzielle Schwierigkeiten. Das Duo hatte die Beute am Tatort je zur Hälfte aufgeteilt. Die Beschuldigten hatten daraufhin die Münzen in einem Bankschließfach bzw. zuhause gelagert und einen Teil der Beute bei Geldinstituten umgetauscht, vom lukrierten Bargeld kauften sie u.a. Fahrzeuge. Der Zweitangeklagte, ein Schlosser aus dem Bezirk Neunkirchen, hatte auch einen beträchtlichen Anteil an Verwandte, Bekannte und einen Verein verschenkt.

Um anonym zu bleiben, hatte das Duo laut Staatsanwaltschaft jeweils weniger als 15.000 Euro umgewechselt. Weil der 34-Jährige häufig Münzen umtauschte, verlangte eine Bank der Anklägerin zufolge schließlich einen Ausweis. Bevor der Coup aufflog, hatte der jüngere der beiden Angeklagten einen Teil der Beute wieder im Schlosspark vergraben. Ihn habe das schlechte Gewissen geplagt, sagte der Tiroler.

Der Superfund-Gründer wollte "nicht zu viel an einem Ort lagern und im Falle einer Wirtschaftskrise schnellen und direkten Zugriff haben", antwortete ein Schweizer Mitarbeiter auf die Frage des vorsitzenden Richters, warum Baha Münzen auf dem Areal seines Schlosses verstecken habe lassen. Die Angeklagten hatten nicht den ganzen "Schatz" mitgenommen. Der Schweizer und ein weiterer Angestellter, der ebenfalls als Zeuge aussagte, hatten nach dem Diebstahl mehrere Kilo Gold- und Silbermünzen im Park ausgegraben bzw. im Kamin gefunden. Baha, der sich als Privatbeteiligter an dem Verfahren anschloss, erschien am Mittwoch nicht als Zeuge. (APA, 26.7.2017)

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