Spitzenprädator mit zentimeterlangen Zähnen lebte schon kurz nach Massenaussterben

26. Juli 2017, 11:53
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Fund in Nevada zeigt, dass sich die marinen Ökosysteme nach der Katastrophe vor 252 Millionen Jahren schneller erholten als gedacht

illustration: nadine bösch

Zürich – Bis zu 90 Prozent der im Meer lebenden Arten verschwanden im Zuge des größten Massenaussterbens der Erdgeschichte an der Wende vom Perm zur Trias, vor rund 252 Millionen Jahren. Während sich die weltweite Artenvielfalt im Laufe der folgenden fünf Millionen Jahren in mehreren Phasen erholte, tauchten die ersten großen Meeresräuber erst etwas später auf, nämlich vor 247 bis 235 Millionen Jahren. Zumindest gingen Paläontologen bisher davon aus.

Ein Fossilienfund könnte diese Annahme nun widerlegen, berichtet die Universität Zürich. Züricher Paläontologen haben mit US-Kollegen in der Wüste Nevadas die fossilen Überreste eines bisher unbekannten großen Raubfischs entdeckt – und der lebte schon kurz nach der globalen Katastrophe: Er durchstreifte bereits eine Million Jahre nach dem Massenaussterben das Meer, das damals das Gebiet Nevadas und der angrenzenden US-Bundesstaaten bedeckte.

foto: uzh

Bei dem Fund aus dem aus dem Elko County im Nordosten Nevadas handelt es sich um einen 26 Zentimeter langen Schädelrest mit langen Kiefern und bis zu zwei Zentimeter langen, spitzen Zähnen. Studienerstautor Carlo Romano erklärte, dass das im Fachmagazin "Journal of Paleontology" präsentierte Tier der kompletteste erhaltene Wirbeltier-Überrest aus dieser Umbruchszeit sei, der je in den USA entdeckt wurde.

Aus dem Fund konnten die Forscher rekonstruieren, dass das Tier ein Knochenfisch von 1,8 Metern Länge war. Die Spezies erhielt die Bezeichnung Birgeria americana und gehört zu einer Familie von Fischen, die von der Trias bis in den frühen Jura weltweit vorkam. Diese Familie ist zwar ausgestorben, hat aber in den Stören recht nahe noch lebende Verwandte.

Birgeria jagte den Forschern zufolge vermutlich ähnlich wie der heutige Weiße Hai: Er verfolgte Beutefische und packte sie mit den Zähnen, bevor er sie als Ganzes verschlang. Aus dem Fund schließen Romano und seine Kollegen, dass sich die durch das Massensterben verkürzte Nahrungskette rascher erholte, als man bisher dachte – anders hätte ein solcher Spitzenprädator nicht existieren können. (APA, red, 26. 7. 2017)

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