Burgenland: Junger Türkiser gegen alten Schwarzen

    26. Juli 2017, 12:00
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    JVP-Landeschef Patrik Fazekas (27) fordert Ex-Minister Nikolaus Berlakovich (56) heraus

    Eisenstadt – So frisch g'fangt ist Patrik Fazekas nicht, seinen 27 Jahren zum Trotz. Immerhin sitzt der Chef der burgenländischen JVP seit 2015 im Eisenstädter Landtag, seit 2012 im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde, des tiefroten Neutal. Immerhin war er auch Spitzenkandidat des Burgenlandes für die EU-Wahl 2014, bei der er immerhin rund 6.000 Vorzugsstimmen erhielt. Fast also ein G'standener.

    So g'standen wie Nikolaus Berlakovich freilich noch nicht. Dem unterlag er Anfang Juli beim Rittern um den schwarzen Spitzenplatz im Wahlkreis Süd deutlich. Da hat also Schwarz Türkis geschlagen? Fazekas versucht geschult, großräumig dem Wort Kampf aus dem Weg zu gehen. "Wir stehen in einem Wettbewerb der Ideen."

    Kurz'scher Rückenwind

    Das Burgenland hat einen schwarzen Delegierten im Wiener Parlament, Ex-Landwirtschaftsminister Berlakovich eben. Zwar hoffen alle Parteifreunde, dass der momentane Rückenwind kein bloß kurzer, sondern ein wahrhaft Kurz'scher sein möge, aber letztlich wird Patrik Fazekas wohl nur gegen Berlakovich den Parlamentssitz kriegen. Sebastian Kurz würde das nicht ungelegen kommen. Als Signal der Erneuerung geht das bauernbündische Urgestein Berlakovich ja eher nicht durch. Fazekas sagt: "Der Sebastian hat mich gefragt, ob ich nicht antreten wolle." Wer könnte da schon Nein sagen?

    Fazekas hält sehr viel von Sebastian Kurz. Man darf davon ausgehen, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Nicht nur politisch. Aber aus solcher Freundschaft kann Politisches wachsen. Zumal man sich ja zum Ziel gesetzt hat, ordentlich aufzuräumen. Das geht nicht ohne Schrammen, wie man zuletzt auch im Burgenland gesehen hat, wo der einstige Langzeitchef Franz Steindl dem Vernehmen nach leise nachgefragt hat, ob nicht er eventuell – da haben die Jungen nicht einmal mehr gelacht.

    Hoffen auf Vorzugsstimmen

    Mitte August wird die pannonische Landesliste erstellt. Und man darf darauf wetten, dass viel Türkis drin sein wird. Eine Farbe übrigens, die Fazekas schon 2013 bei der EU-Wahl für sich entdeckt hat. Nicht ohne Stolz belegt er das mit der Visitenkarte.

    Scheitert es auch dort mit der wählbaren Stelle, bleiben immer noch die von Kurz verbindlich gemachten Vorzugsstimmen. An die 10.000 wird er wohl brauchen. Zuletzt hatte Parteifreund Berlakovich gute 8.800. Fazekas verfügt aber über eine eingespielte Läufertruppe: die Junge ÖVP.

    Ob dann aber wirklich jede Vorzugsstimme auch zählt und nicht nach Listenplatz gewichtet wird, wie das Gesetz es vorsieht? Fazekas ist zuversichtlich, "da würde einer ja seinen Ruf verlieren, es geht ums Ehrenwort". Dass das nicht immer auf die Waagschale gelegt wird, gerade auch im Burgenland, weiß Fazekas, der demnächst seinen Wirtschaftsbachelor an der FH Wiener Neustadt macht, auch. (Wolfgang Weisgram, 26.7.2017)

    • Patrik Fazekas hält mit seiner Ambition nicht hinterm Busch.
      foto: jvp burgenland

      Patrik Fazekas hält mit seiner Ambition nicht hinterm Busch.

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