Trockenheit: Wasser in Rom soll ab Freitag rationiert werden

25. Juli 2017, 13:58
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Versorgung soll für acht Stunden unterbrochen werden – 80 Prozent weniger Niederschläge als im Durchschnitt der letzten Jahre

Rom – Die Wasserknappheit in der Region Latium hat nun konkrete Auswirkungen auf die Einwohner: In 20 Gemeinden der Provinz Rom ist das Wasser rationiert worden. Der italienischen Hauptstadt droht ab kommendem Freitag ebenfalls eine solche Maßnahme.

In Latium wurden heuer um 80 Prozent weniger Niederschläge registriert als im Durchschnitt der letzten Jahre. Nicht nur der Pegel des Bracciano-Sees, aus dem Wasser für die Drei-Millionen-Einwohner-Metropole Rom gepumpt wird, ist auf ein Rekordtief gefallen. Auch Reservoirs wie der Albano-See mit dem Ort Castelgandolfo, in der sich die Sommerresidenz der Päpste befindet, sind von dem Wassermangel betroffen.

Vertreter der Region Latium und der Wasserversorgungsgesellschaft ACEA, an der die Gemeinde Rom mit einem 51-Prozent-Anteil Mehrheitsaktionär ist, verhandeln, um eine achtstündige Unterbrechung der Wasserversorgung in Teilen der Hauptstadt ab Freitag abzuwenden. Damit hatte ACEA gedroht, nachdem die Region verboten hatte, ab Freitag weiteres Wasser aus dem Bracciano-See zu pumpen.

Römer verärgert

Die Stadt hat zuletzt rund 70 Millionen Euro pro Jahr an ACEA-Dividenden kassiert. Weder die Gemeinde noch die Wasserversorgungsgesellschaft hätten in die Modernisierung der 5.400 Kilometer langen, veralteten Wasserleitungen investiert, kritisieren Experten. Die Römer sind verärgert. Schließlich zählen die Wassergebühren in der Hauptstadt italienweit zu den höchsten. Bürgermeisterin Virginia Raggi protestiert gegen die geplante Wasserrationierung. "Es ist unannehmbar, dass 1,5 Millionen Römer ohne Wasser auskommen müssen", so die Bürgermeisterin.

Auch die italienische Landwirtschaft bekommt die Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Trockenheit zu spüren. Die Milchproduktion sei wegen der Hitze um 15 Prozent gesunken, teilte der Landwirtschaftsverband Coldiretti mit. Auch die Heuproduktion für die Viehzucht sei gefährdet. Coldiretti warnte vor einem starken Anstieg der Preise von Obst und Gemüse. Freuen dürfen sich Mineralwasserabfüller: In Rom ist der Absatz von Acqua Minerale sprunghaft angestiegen. (APA, 25.7.2017)

  • Die Trinkbrunnen im Vatikan wurden bereits abgedreht.
    foto: ap photo/gregorio borgia

    Die Trinkbrunnen im Vatikan wurden bereits abgedreht.

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