Auböck als Vierter im WM-Finale

25. Juli 2017, 12:18
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Adam Peaty und Felix Auböck glänzten bei der Schwimm-WM in Budapest mit frühen Bestmarken. Der Österreicher ist nach der zweiten Finalqualifikation angekommen, wo der Brite schon ist – an der Spitze

Budapest – "Es ist zehn Uhr morgens, das ist für einen Weltrekord recht früh", sagte Adam Peaty und grinste. Der Brustspezialist hatte leicht lachen: Montagabend schwamm er über 100 Meter zum Weltmeistertitel, Dienstagfrüh über 50 Meter zum Weltrekord. In 26,10 Sekunden schlug er seine bisherige Bestmarke um 0,32 Sekunden. Das war zur Frühstückszeit eine Ansage.

Ein österreichischer Rekord in einem Vorlauf ist auch nicht schlecht. Felix Auböck ließ seiner Bestmarke über 400 Meter Kraul vom Sonntag am Dienstag eine Glanzleistung über 800 Meter folgen, in 7:49,24 Minuten war er 6,62 Sekunden schneller als sein bisheriger Rekord. Das bedeutete Vorlaufplatz vier und den Einzug ins heutige Finale. Die Distanz ist erst ab 2020 olympisch und so etwas wie die große Unbekannte. Auch für Auböck: "Ich bin die 800 Meter heute zum ersten Mal abtrainiert geschwommen."

Terminwahnsinn

Das Programm nach dem Rekord schrieb sich quasi von selbst: "Zurück, regenerieren, vorbereiten." Auböck ist seit Sonntag täglich im Einsatz, der Weltverband hat den Freistil-Mitteldistanzschwimmern mit dem Terminplan keinen Gefallen getan. "Ich finde, es ist ein Wahnsinn, die 400, 200 und 800 hintereinander zu setzen", sagt der Niederösterreicher, der am Montag bereits auf ein mögliches Halbfinale über 200 Meter verzichtete. Dennoch war von maximaler Frische keine Rede: "Ich denke, morgen wird das mit einem Tag Regeneration besser werden. Vom Gefühl her sind ein bis drei Sekunden drin."

Auböck hat den Schritt zu den Großen gemacht, er wird jetzt auch auf der internationalen Skala gemessen. "Gestern hat Sun Yang mit mir gesprochen, was mich wirklich überrascht hat", sagte der 20-Jährige. Yang ist dreifacher Olympiasieger. Er ist auch Intimfeind des Australiers Mack Horton, der den Chinesen wegen dessen Dopingverurteilung 2014 immer wieder kritisiert. Vor der WM wärmte Horton die in Rio aufgekochte Fehde wieder auf. Yang gewann die 400 Meter vor Horton, auf dem Podest reichte es immerhin zu einer halbherzigen Umarmung.

Böse Blicke

Auböck bekommt die "bösen Blicke, die sie sich zuwerfen" mit, auch das "What an idiot!" nach dem Rennen. Bei all dem Kindergartengehabe: Olympiasieger sind Olympiasieger, das ist jetzt die direkte Konkurrenz des Felix Auböck. "Ich versuche, ruhig zu bleiben und auf die eigenen Stärken zu vertrauen, was angesichts der Athleten im Callroom ganz schön schwer ist", sagt der Sohn einer Leistungsschwimmerin.

Auböck hat sich ein gutes Großereignis für seinen Durchbruch ausgesucht. Die Ungarn lieben Wassersport, am Abend ist die Arena voll, die Ohren brauchen nach einer Finalsession einige Minuten zur Erholung. "Die Stimmung ist um einiges besser als bei den Olympischen Spielen", findet auch der mit nun vier Großereignissen schon recht erfahrene Jungspund. (Martin Schauhuber aus Budapest, 25.7.2017)

Schwimm-WM in Budapest, Vorläufe, Dienstag

HERREN:

200 m Delfin (44 Teilnehmer/Top 16 im Semifinale):
1. Laszlo Cseh (HUN) 1:54,08 Minuten.
Weiter: 25. Patrick Staber (AUT) 1:59,10 (Aufstieg um 3,39 Sek. verpasst)

800 m Kraul (30/Top 8 am Mittwoch um 19.05 Uhr im Finale):
1. Gregorio Paltrinieri (ITA) 7:45,31.

Weiter: 4. Felix Auböck (AUT) 7:49,24 (österreichischer Rekord, bisher Auböck 7:55,86)

50 m Brust:
1. Adam Peaty (GBR) 26,10 Sekunden (Weltrekord)

  • Auböck schwimmt weiter Top-Zeiten.
    foto: apa/afp/martin bureau

    Auböck schwimmt weiter Top-Zeiten.

  • Olympiasieger Adam Peaty (22) aus Uttoxeter ist der schnellste Brustschwimmer der Welt.
    foto: imago/xinhua/ding xu

    Olympiasieger Adam Peaty (22) aus Uttoxeter ist der schnellste Brustschwimmer der Welt.

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