Zwei frühere Mormonen-Bischöfe wegen Polygamie verurteilt

25. Juli 2017, 09:48
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Die beiden Angehörige der fundamentalistischen "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" mit fünf bzw. 24 Frauen verheiratet, einer zeugte über 145 Kinder

Ottawa – Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden. Winston Blackmore (60) soll 24 Frauen geheiratet haben, James Oler (53) fünf, berichtete der Sender CBC am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf das Oberste Gericht in der westlichen Provinz British Columbia. Demnach soll Blackmore mehr als 145 Kinder gezeugt haben.

Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS). Die Vielehe ist in Kanada verboten. Den Beschuldigten drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ein Termin für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

Verfassungsklage angekündigt

Beide Männer bekennen sich zur Vielehe. Seine einzige Schuld bestehe darin, seine Religion auszuüben, sagte Blackmore Reportern – "das habe ich nie bestritten." Einem Bericht des "Star" zufolge strebt Blackmores Anwalt, Blair Suffredine, eine Verfassungsklage an. Sein Klient verglich den Fall mit der Situation homosexueller Paare. Auch die Homo-Ehe sei in der Vergangenheit illegal gewesen, sagte Blackmore.

Der Fall ist von großer Bedeutung für die Ausübung der Religionsfreiheit in Kanada. Die kanadischen Behörden haben die Sekte bereits seit den 1990er-Jahren im Visier, konnten aber wegen juristischer Unklarheiten zunächst nicht gegen die Polygamisten vorgehen. Das Gericht klärte 2011, dass das Verbot der Vielehe rechtmäßig sei und nicht mit der Religionsfreiheit im Konflikt stehe. (APA, 25.7.2017)

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