Russischer Entwickler trickst Gesichtserkennung mit Schminke aus

25. Juli 2017, 09:35
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Grigori Bakunow will seine Erkenntnisse aus Angst vor Missbrauch nicht öffentlich machen

Der russische IT-Sicherheitsexperte Grigori Bakunow hat einen Weg gefunden, um der omnipräsenten Überwachung zu entgehen: mit Schminke. Ein Algorithmus erstellt bestimmte Formen und Muster, deren Schablone dann auf das Gesicht des Nutzers aufgetragen wird. Damit können aktuelle Systeme zur Gesichtserkennung getäuscht werden, schreibt Bakunow in seinem Blog. Die Gesichtserkennungsabwehr habe er binnen kurzer Zeit entwickelt, so der IT-Experte.

Missbrauchsgefahr

Öffentlich bereitstellen will Bakunow den Algorithmus für Schminkmuster jedoch nicht. Er befürchtet, dass er missbräuchlich verwendet werden könnte. So ließen sich auch Kamerasysteme von Banken täuschen oder polizeiliche Ermittlungen stören. Zuvor hatten auch Forscher der Carnegie Mellon University gezeigt, dass speziell designte Brillen Gesichtserkennungssoftware verwirren können. Fraglich ist jedoch, ob derartige Brillen und Schminke nicht erst recht auffällig sind.

foto: bakunov

Kampf gegen Überwachung

Bakunow sorgt mit seinen Aktionen gegen Überwachung immer wieder für Aufsehen. So entdeckte er vergangenen Herbst beim "Pokémon Go"-Spielen, dass in der Nähe des Kreml GPS-Systeme verrückt spielen. Hauptberuflich ist er bei dem Softwarekonzern Yandex, dem "russischen Google", angestellt. (red, 25.7.2017)

  • Grigori Bakunow hat für die Entwicklung der Überwachungsabwehr "nicht lang" gebraucht.
    foto: bakunov

    Grigori Bakunow hat für die Entwicklung der Überwachungsabwehr "nicht lang" gebraucht.

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