Kind neun Jahren nach Ende von HIV-Behandlung ohne Virus

    25. Juli 2017, 08:14
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    Die Behandlung wurde nach den ersten Lebensmonaten beendet. Weltweit ist das erst der dritte derartige Fall, sagen Wissenschafter

    Paris – Wissenschafter schöpfen Hoffnung im Kampf gegen Aids: Einer am Montag in Paris vorgestellten Studie zufolge zeigt ein mit dem HI-Virus geborenes Mädchen aus Südafrika seit fast neun Jahren keinerlei Virusreplikation, obwohl es seit der Behandlung in den ersten Lebensmonaten keine Medikamente mehr nimmt.

    Es ist erst der dritte Fall einer sogenannten Langzeit-Remission – dem Ausbleiben von Symptomen – bei Kindern. Der Fall "verstärkt unsere Hoffnung, dass wir HIV-infizierten Kindern die Last einer lebenslangen Therapie ersparen können, wenn wir sie frühzeitig über einen kurzen Zeitraum behandeln", sagte der Leiter des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, als Initiator der Studie.

    Mitautorin Avy Violari von der Witwatersrand Universität in Johannesburg, fügte hinzu, ein Rückschlag sei zwar jederzeit möglich, dennoch hoffe sie auf eine dauerhafte "funktionelle" Heilung des Mädchens. Das bedeutet, dass das Virus im Körper so geschwächt ist, dass es sich nicht mehr vermehren kann und das Mädchen symptomfrei bleibt.

    Jahrelang ohne Symptome

    Laut der am Montag auf einer internationalen Aids-Konferenz in Paris vorgestellten Studie wurde das kleine Mädchen ab dem zweiten Monat mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Nach zehn Monaten wurde die Behandlung im Rahmen der Studie bewusst eingestellt, nachdem die Ärzte praktisch keine Spuren des HI-Virus mehr entdecken konnten. Acht Jahre und neun Monate später ist die Lage unverändert, obwohl das Mädchen seitdem keine Aids-Medikamente mehr bekommen hat.

    Vor der Patientin aus Südafrika gab es erst zwei Fälle von Langzeit-Remissionen bei Kindern: Im ersten Fall des "Mississippi-Babys" tauchte das Virus allerdings im Jahr 2014 wieder auf, nachdem das Mädchen rund zwei Jahre lang als "funktionell" geheilt gegolten hatte. Seitdem erhält das Mädchen wieder Medikamente.

    2015 dann wurde der Fall einer jungen Französin bekannt, die seit dem dritten Lebensmonat und bis zum sechsten Lebensjahr medikamentös behandelt wurde, bis die Familie entschied, die Behandlung einzustellen. Seit 14 Jahren ist die inzwischen 20-Jährige nach Angaben des Forschers Asier Saez-Cirion symptomfrei. In beiden Fällen wurde die Behandlung von den Familien auf eigene Faust abgebrochen – im Fall der jungen Südafrikanerin erfolgte der Abbruch unter ärztlicher Kontrolle. (APA, AFP, 25.7.2017)

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