Zehntes Todesopfer nach Lastwagen-Tragödie in Texas

24. Juli 2017, 18:55
4 Postings

Vermutlich Flüchtlinge

San Antonio (Texas) – Die Zahl der Toten nach der mutmaßlichen Flüchtlingstragödie mit einem Lastwagen im US-Bundesstaat Texas ist auf zehn gestiegen. Wie das Büro des Staatsanwaltes am Montag bestätigte, starb ein weiteres Opfer in der Nacht auf Montag (Ortszeit) in einem Krankenhaus. Gegen den Fahrer des Lastwagens wurde Anklage erhoben.

Polizei und Feuerwehr hatten in der Nacht auf Sonntag in San Antonio im Laderaum des Fahrzeuges in brütender Hitze acht Tote und 30 weitere Menschen gefunden, die dehydriert waren oder einen Hitzeschlag erlitten hatten. Wie die Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt berichtet hatte, befanden sich 17 von ihnen in Lebensgefahr. Ein Supermarkt-Mitarbeiter hatte die Polizei über den Lastwagen informiert.

Die Polizei geht von einem Fall von Menschenschmuggel aus. Den Behörden zufolge könnten sich möglicherweise mehr als 100 Menschen in dem überhitzten Laderaum aufgehalten haben. US-Heimatschutzminister John Kelly verurteilte die "Brutalität von Menschenhändlern": Diese würden menschlichem Leben keine Beachtung schenken und "nur nach Profit suchen", heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme.

Gegen den 60 Jahre alten Fahrer des Lastwagens wurde am Montag Anklage wegen illegalen Transports von Ausländern erhoben, der zum Tod von zehn Menschen geführt habe. Während einer Befragung durch die Polizei habe er angegeben, mit seinem Truck von Laredo an der mexikanischen Grenze nach San Antonio gefahren zu sein. Von den Menschen im Laderaum habe er jedoch nichts gewusst, sagte er laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

San Antonio liegt etwa 230 Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt. Im Raum San Antonio kam es allein im Juli zu drei Fällen, bei denen insgesamt 121 Menschen aus Mexiko, Ecuador, Guatemala und El Salvador aus Schlepper-Trucks gerettet wurden, wie eine lokale Zeitung berichtete. (APA, dpa, 24.7.2017)

    Share if you care.