Der Mond besitzt viel mehr Wasser als bisher angenommen

25. Juli 2017, 08:10
37 Postings

Auswertung von Daten der Sonde Chandrayaan-1 zeigt, dass sich in weiten Teilen des Mondmantels Wasser finden dürfte

Providence/Wien – Der Mond galt bis vor wenigen Jahren als staubtrocken. Diese Ansicht wurde auch durch die Mondmissionen bestätigt, die in den 1960er- und 1970er-Jahren zu unserem Trabanten aufbrachen. Doch just in Proben von Mondgestein, das von den Apollo-Missionen 15 und 17 zur Erde gebracht wurde, fanden Forscher 2008 Spuren von Wasser, gespeichert in winzigen Kügelchen aus vulkanischem Glas, und zwar immerhin 0,5 Promille.

illustration: olga prilipko huber
Vulkanisches Gestein am Mond enthält erstaunlich viel Wasser.

Diese Funde wurden in den vergangenen Jahren bestätigt. So zeigte sich im Jahr 2011 bei weiteren Untersuchungen, dass die Wasserkonzentration im Vulkangestein des Mondes Ähnlichkeiten mit der von Basaltgestein der Erde hat.

Zufallsfunde der Apollo-Missionen?

Doch wie viel solcherart gespeichertes Wasser befindet sich auf dem Mond? Waren die Apollo-Missionen in Regionen gelandet, wo sich besonders viel Wasser im Gestein befand?

Diesen Frage gingen Ralph Milliken (Brown University) und Shuai Li (Universität von Hawaii) im Fachblatt "Nature Geoscience" nach und fahndeten in den Daten der indischen Mondsonde Chandrayaan-1 nach der Signatur von Wasservorkommen.

Ungleichmäßig über den Mond verteilt

Das Ergebnis: Wasser findet sich nahezu über die gesamte Mondoberfläche verteilt, und vulkanisches Gestein auf dem Mond scheint allgemein recht wasserreich zu sein.

foto: milliken lab / brown university
Die Verteilung der Wasservorkommen im Mondmantel: Eingefärbte Regionen deuten auf Wasser hin, besonders reiche Gebiete sind rot und gelb eingefärbt.

Das wiederum könnte praktischen Nutzen für die Erforschung des Erdtrabanten haben, weil es vermutlich auf dem Mond extrahiert werden kann.

Unklar ist allerdings, wie das Wasser auf den Mond kam. Womöglich blieb es doch bei der Entstehung des Mondes nach jener Planetenkollision übrig, als die Erde mit einem ähnlich großen Objekt zusammenkrachte. Bisher ging man davon aus, dass unmittelbar danach das gesamte Wasser verdampft sein müsste. (tasch, 24.7.2017)

Share if you care.