Duterte verteidigt Anti-Drogen-Kampagne und Kriegsrecht

    24. Juli 2017, 21:47
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    In einer Rede zur Lage der Nation hält der philippinische Präsident hält an seinen weltweit umstrittenen Überzeugungen fest

    Manila – Trotz internationaler Kritik will der philippinische Präsident Rodrigo Duterte seine umstrittene Kampagne gegen die Drogenkriminalität fortsetzen. In einer Rede zur Lage der Nation bezeichnete der 72-Jährige den Drogenhandel am Montag als "Wurzel so vielen Übels". Duterte verteidigte auch das Kriegsrecht, das er wegen des Vormarschs von Islamisten im Süden des Landes verhängt hat. Während der Rede demonstrierten in der Hauptstadt Manila mehrere Zehntausend Menschen gegen den Staatschef.

    Auf den Philippinen gehen die Behörden seit Dutertes Amtsübernahme im Juni vergangenen Jahres äußerst rabiat gegen die Drogenszene vor. Insgesamt wurden nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als 7000 Menschen durch die Polizei oder selbst ernannte Ordnungshüter getötet. Auf Plakaten gegen Duterte waren am Montag Slogans wie "Stoppt die Morde" oder "Kein Kriegsrecht" zu lesen.

    Duterte betonte in seiner Rede vor dem philippinischen Parlament, dass wirtschaftlicher Fortschritt nur möglich sei, wenn "Frieden und Ordnung" herrsche. "Deshalb bin ich entschlossen, dass der Kampf gegen illegale Drogen fortgesetzt wird – egal, wie lange das dauert." Diese seien "die Wurzel so vielen Übels und so viel Leids". (dpa, 24.7.2017)

    • Duterte nach seiner Rede im Parlament.
      foto: reuters

      Duterte nach seiner Rede im Parlament.

    • Nach der Ansprache zog eine Demonstrtion zum Parlament, um Dutertes Wahlversprechen einzufordern.
      foto: ap photo/bullit marquez

      Nach der Ansprache zog eine Demonstrtion zum Parlament, um Dutertes Wahlversprechen einzufordern.

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