Volksanwaltschaft prüft Polizisten-Ohrfeige

    24. Juli 2017, 14:15
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    Zweifeln an Objektivität der Untersuchungen soll entgegengewirkt werden

    Wien – In dem Fall, in dem ein Wiener Polizist einen Mann in einer Einrichtung für Wohnungslose geschlagen haben soll, wird nun auch die Volksanwaltschaft die weitere Vorgehensweise prüfen. Das hat die Volksanwaltschaft in einer Aussendung am Montag angekündigt. Man wolle damit Zweifeln an der Objektivität bei der Untersuchung derartiger Vorwürfe entgegenwirken, hieß es darin.

    NGOs beklagten gemäß der VA, dass bei Misshandlungsvorwürfen gegenüber Polizeibeamten nach Abwicklung der internen Verfahren "nichts herauskommt", woraufhin die VA nun "die dienstrechtlichen und gerichtlichen Verfahren genauestens beobachten" werde. Eine Videoaufzeichnung, auf der festgehalten ist, wie ein Polizist am 2. Juli in einem Übergangswohnheim für Obdachlose in Wien-Penzing einem Mann Ohrfeigen versetzt, hat zur vorläufigen Suspendierung dieses Beamten und eines weiteren Polizisten geführt, der den Vorfall nicht gemeldet hat.

    Mann soll randaliert haben

    Die Polizei war geholt worden, da ein Mann, der nicht in dem Heim wohnte, randaliert und sich geweigert hatte, das Gebäude zu verlassen. Auf dem Video – ohne Ton – aus einer Überwachungskamera ist zu sehen, dass der 55-jährige Mann offenbar auf Zureden nicht reagiert und die Beamten mehrfach vergeblich versuchten, ihn hochzuziehen. Daraufhin habe einer der Polizisten dem Mann mit der flachen Hand zwei Schläge ins Gesicht versetzt, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Sein Kollege habe augenscheinlich weggesehen.

    Den beiden Beamten wird Körperverletzung und Missbrauch der Amtsgewalt bzw. Missbrauch der Amtsgewalt durch Unterlassung angelastet. Sie wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ein ebenfalls anwesender Polizeischüler, der etwas weiter weg stand, wurde vorläufig in den Innendienst versetzt. (APA, 24.7.2017)

    • Artikelbild
      foto: apa/expa/michael gruber
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