Altach schickt zahnlose Austria mit 3:0 nach Hause

23. Juli 2017, 18:30
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Der Bundesliga-Auftakt ist den Wienern ordentlich missglückt. Sie kassierten in Vorarlberg eine empfindliche Niederlage

Altach – Also sprach Austrias Trainer Thorsten Fink: "Wir hatten eine hervorragende Vorbereitung. Ich bin zuversichtlich, dass uns ein guter Ligaauftakt gelingt." Und so sah es am Sonntag in Altach tatsächlich aus: 45 Sekunden waren um, und schon stand es 1:0 für die Gastgeber. Haarsträubender Patzer von Verteidiger Tarkan Serbest, Kristijan Dobras spitzelt den Ball zum im Abseits befindlichen Hannes Aigner, Schiedsrichter Manuel Schüttengruber entgeht das, der 36-jährige Aigner trifft abgeklärt und schamlos ins Tor. Damit war das schnellste Bundesligator der Altacher Vereinshistorie perfekt.

Traumtor zum 2:0

9. Minute: Heiko Westermann, Austrias neuer Abwehrchef, befördert den Ball nicht wirklich aus dem Gefahrenbereich, der Weitschuss von Dobras aus 27 Metern landet im Kreuzeck – 2:0. Die ohne den gesperrten Raphael Holzhauser angetretenen Wiener waren geschockt, Schützenkönig Larry Kayode ausgenommen, er stand nicht im Kader, möchte weg. Altach hatte jedenfalls Spaß, blieb permanent gefährlich, Trainer Klaus Schmidt hatte sein Team perfekt eingestellt. Das frühe Tor hat das Unterfangen natürlich erleichtert.

Nicolas Ngamaleu (20.) und Aigner (26.) hätten sogar noch erhöhen können, die Austria wiederum verzeichnete vorerst nur einen Grünwald-Schuss von der Strafraumgrenze (19.). Nach rund einer halben Stunde schienen sich die Wiener vom frühen Schock erholt zu haben, gefällige Spielzüge führten aber bis zur Pause nicht zu Gefahr.

In der zweiten Halbzeit konnte Altach den Vorsprung sogar ausbauen, der eingewechselte Adrian Grbic köpfelte das 3:0 (68.). Im Gegensatz zu Aigner stand er knapp abseits.

Das Spiel der Austria wurde auch nach dem Seitenwechsel trotz kurzer Drangphase kaum besser. Ein Köpfler des für Dominik Prokop eingewechselten Kevin Friesenbichler in die Arme von Goalie Martin Kobras (53.) und ein strammer Freistoß von Ismael Tajouri (60.) blieben lange Zeit die einzigen heißen Szenen. Neo-Stürmer Christoph Monschein trat kaum in Erscheinung.

Misslungene EL-Generalprobe für Violett

Austrias Generalprobe für den EL-Heimauftritt am Donnerstag gegen AEL Limassol misslang damit völlig. Finks persönliche Bilanz gegen Altach bleibt zudem bescheiden: In neun Ligaspielen holte die Austria unter ihm nur zehn von 27 Punkten. Fink stellte hernach fest: "Wir hätten auch ohne die Abseitstore nicht gewonnen."

Die aggressiveren, bissigeren Altacher, die bereits vier Partien mehr als die Austria in den Beinen hatten, bauten ihre gute Bilanz unter Schmidt aus, sind nach sechs Pflichtspielen der Saison noch ungeschlagen. Sie dürfen am Donnerstag mit halbwegs breiter Brust in das EL-Spiel gegen KAA Gent gehen. (red, APA, 23.7.2017)

Bundesliga, 1. Runde, Sonntag

SCR Altach – FK Austria Wien 3:0 (2:0)
Cashpoint-Arena, 5.250 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
1:0 (1.) Aigner
2:0 (9.) Dobras
3:0 (68.) Grbic

Altach: Kobras – Lienhart, Zech, Zwischenbrugger, Schreiner – Piesinger – Ngamaleu (75. Müller), Nutz (69. Salomon), Dobras, Gebauer – Aigner (63. Grbic)

Austria: Hadzikic – Larsen, Westermann, Filipovic, Martschinko – Serbest – Tajouri (64. De Paula), Prokop (46. Friesenbichler), Grünwald, Pires – Monschein

Gelbe Karten: Schreiner bzw. Westermann, Friesenbichler, Filipovic, Martschinko

Stimmen

Klaus Schmidt (Altach-Trainer): "Es war ein Auftakt nach Maß. Wir wollten die Austria hoch erwischen, haben sehr lange hervorragend und diszipliniert gespielt. Wir dürfen aber nicht vergessen, woher wir kommen. Wir sind noch immer das kleine Altach. Aber das Spiel bestätigt, dass wir eine Idee haben und uns etwas überlegen."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Unabhängig davon, ob das erste oder dritte Tor abseits waren: Wir hätten heute hier nie gewonnen. Altach ist uns in dieser Phase der Meisterschaft einfach überlegen, was mich nicht überrascht, weil sie bereits im Rhythmus sind und für mich zu den Top-Vier-Mannschaften der Liga gehören. Auch die Überlegung mit zwei Stürmern nach der Pause ist in die Hose gegangen. Am Donnerstag in der Europa League wird man die andere Austria sehen."

  • Altach ließ der Austria kein Licht.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Altach ließ der Austria kein Licht.

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