Zentrale der Mondlandung: Das Internet soll "Mission Control" retten

23. Juli 2017, 18:06
2 Postings

Crowdfunding gestartet – Kontrollzentrum der "Apollo 11"-Mission soll vor dem 50-jährigen Jubiläum restauriert und modernisiert werden

Am 20. Juli 1969 schrieben Neil Armstrong, Buzz Aldrin und zahlreiche andere Mitarbeiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa Geschichte. Mit einem "kleinen Schritt für einen Menschen, aber einem großen Schritt für die Menschheit" betrat Armstrong als erster Mensch den Mond.

Möglich machte dies aber nicht nur die Arbeit der Astronauten an Bord der "Apollo 11", sondern auch der Einsatz der Crew im Lyndon B. Johnson Space Center, die sich im Südosten der texanischen Metropole Houston befindet. Hier liefen im Kontrollraum die Daten zusammen, wurden Schritte koordiniert, Anweisungen erarbeitet und auch die Medien mit Bilder versorgt.

space center houston

48 Jahre später haben "schwindende Budgets und uneingeschränkter Besucherzugang" jedoch seine Spuren hinterlassen. Zwei Jahre vor dem großen Jubiläum soll "Mission Control" nun restauriert werden. Bei der Finanzierung setzt man nun mit der "Webster Challenge" auf die Mithilfe der Netzgemeinde.

Man will den Raum und die Arbeitskonsolen in ihren Ursprungszustand versetzen. Das beinhaltet unter anderem ein technisches Downgrade, da die Rechner für spätere Shuttle-Missionen adaptiert wurden. Die bestehende Beleuchtung ersetzt man mit dimmbaren LED-Lampen, um weitere Schäden durch ungefiltertes UV-Licht abzuwenden. Gleichzeitig will man auch Dinge wie den über dem Raum liegenden Blaustich, der durch den großen Bildschirm mit der Weltkarte erzeugt wurde, wahren.

Stadt Webster verdoppelt Ertrag

Aber geht es nicht nur um reine Wiederherstellungsarbeiten. Man möchte auch das Besucherzentrum modernisieren, um Raumfahrtinteressierten eine Erfahrung von "Weltklasse" bieten zu können. Dazu benötigt man insgesamt fünf Millionen Dollar.

Die nahe gelegene Stadt Webster, in der einst viele Mitarbeiter des Kontrollraums gelebt haben, hat bereits den Löwenanteil beigesteuert, nämlich 3,1 Millionen Dollar. Gleichzeitig will man auch der Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter unter die Arme greifen. Der dort gesammelte Betrag wird bis zu einer Gesamtsumme von 400.000 verdoppelt.

foto: johnson space center

Guter Start

Unterstützern bietet man verschiedene Goodies für ihren Beitrag zum Projekt. Die Bandbreite reicht von Stickern und T-Shirts über einen eigenen "Webster Challenge"-Aufnäher, eine Miniaturversion der Apollo 11 bis hin zu einem Treffen mit Gene Kranz, der das Treiben in der "Mission Control" 1969 als Flugdirektor koordiniert hat.

Wenigstens 250.000 Dollar will man so auf Kickstarter einnehmen. Ein Erreichen dieses Ziels ist sehr wahrscheinlich, schon vier Tage nach Start der Kampagne hat man 110.000 Dollar eingespielt. Hält der aktuelle Trend an, so kalkuliert die Analyseplattform Kicktraq Gesamteinnahmen von über 800.000 Dollar. Inklusive dem Beitrag der Stadt Webster würde dies eine Gesamtsumme von 1,2 Millionen Dollar bedeuten. (gpi, 23.07.2017)

    Share if you care.