Fahrzeuge: Die Autonomen kommen (später)

Kolumne31. Juli 2017, 11:04
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Alle reden vom automatischen oder vom autonomen Autofahren und davon, dass jemand, der oder die das Fahrzeug lenkt, bald überflüssig sein würde

Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Natürlich ist es schon seit längerem möglich, ein Auto auf einer perfekt gebauten und beschilderten Autobahn sämtliche üblichen Fahrmanöver automatisch ausführen zu lassen, und das auch noch bei erstaunlich hohen Geschwindigkeiten. Aber schon wenn es regnet, ist es vorbei mit der Präzision und Perfektion der Fortbewegung, von widrigeren Umständen wie Schnee und Eis und tiefen oder extrem hohen Temperaturen ganz abgesehen.

Dialoge

Das heißt, die wechselnden Verhältnisse auf den Straßen bieten schlechte Voraussetzungen für eine vollautomatische Fortbewegung, da können die Autos noch so hochgerüstet sein, zur Kommunikation gehören mindestens zwei, nämlich auch eine jederzeit dialogfähige Umgebung. Das heißt, ohne gravierende Eingriffe in die derzeit bestehende Verkehrsinfrastruktur wird kein Fahrer verkehrt herum im Auto sitzen und Zeitung lesen.

Vision Zero

Vergleichsweise simple Geschwindigkeitsregelungen, wie sie derzeit schon angeboten werden, sind bereits abhängig von jederzeit allerorts präzisen Daten. Auf dem Niveau, wie automatische Geschwindigkeitsregelungen aber derzeit funktionieren, könnte jede schief montierte Baustellentafel jederzeit eine Massenkarambolage auslösen, wenn der Fahrer nicht korrigierend eingriffe. Der Traum von einer technologiegetriebenen Vision Zero, also von null Unfällen, wird noch länger ein Traum bleiben. (Rudolf Skarics, 31.7.2017)

  • Eine schief montierte Baustellentafel könnte bei autonom fahrenden Autos derzeit noch für Verwirrung sorgen.
    foto: apa/dpa/axel heimken

    Eine schief montierte Baustellentafel könnte bei autonom fahrenden Autos derzeit noch für Verwirrung sorgen.

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