Zwei Wochen kein Kontakt zu Mars-Rovern und Raumsonden im Orbit

21. Juli 2017, 15:55
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Der Rote Planet verschwindet hinter der Sonne, das bedeutet bis zum 1. August Kommunikationsprobleme

Washington – Ab Samstag wird der Kontakt zwischen den "Marsbesuchern" irdischen Ursprungs und der Erde vorübergehend abreißen oder zumindest stark eingeschränkt sein. Nachdem der Rote Planet auf seiner Umlaufbahn von der Erde aus gesehen hinter der Sonne verschwindet, wird zwei Wochen lang praktisch keine Kommunikation zwischen den derzeit sechs Sonden im Marsorbit und zwei Rovern auf dem Boden stattfinden können.

Neben den Forschungsgeräten der Nasa müssen auch jene der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und ihres russischen Partners Roskosmos vorübergehend eine Funk-Auszeit nehmen. Ebenso ist der Orbiter MOM der indischen Raumfahrtbehörde ISRO von der Zwangspause betroffen.

"Aus Vorsicht werden wir mit unseren Außenposten auf dem Mars während dieser Zeit nicht sprechen, denn wir erwarten eine bedeutende Reduzierung der Kommunikationsverbindung, und wir wollen nicht riskieren, dass eines unserer Raumschiffe eine fehlerhafte Anweisung annimmt", erklärte NASA-Manager Chad Edwards.

Die Daten, die in dieser Zeit vom Mars zur Erde gesendet würden, werden zur Sicherheit danach noch einmal geschickt. Eine Konstellation mit dem Mars fast direkt hinter der Sonne gibt es etwa alle 26 Monate.

Rover arbeiten weiter

Die für die Rover und Sonden verantwortlichen Teams hätten sich seit Wochen darauf vorbereitet, heißt es bei der NASA. "Die Rover Curiosity und Opportunity bleiben aktiv und führen Anweisungen aus, die wir im Voraus geschickt haben", sagte Nasa-Manager Hoppy Price. "Die Sonden werden weiter ihre Beobachtungen machen und Daten schicken. Die Rover werden nicht fahren, aber Beobachtungen und Messungen werden weitergehen."

Auch für das europäisch-russische Prestigeprojekt ExoMars bedeutet die Planetenkonstellation eine kurze Pause. "ExoMars-2016 geht in die Sommerferien", teilte die Akademie der Wissenschaften in Moskau mit.

Seit vergangenem Herbst kreist der Forschungssatellit "Trace Gas Orbiter" (TGO) um den Roten Planeten. Im Frühjahr hatten die Raumfahrtbehörden ESA und Roskosmos ein langwieriges Bremsmanöver in der Mars-Atmosphäre eingeleitet. Damit soll TGO innerhalb eines Jahres von einer elliptischen Bahn um den Mars auf eine kreisförmige Umlaufbahn in 400 Kilometern Höhe gebracht werden.

Pause für Bremsvorgang des TGO

Dieser Bremsvorgang werde nun wegen der unsicheren Kommunikation ausgesetzt, solange der Mars hinter der Sonne verschwindet, hieß es. Ihn fortzusetzen wäre zu unsicher, sagt einer der Forscher. Am 28. August soll das Manöver wieder aufgenommen werden. Die Zielflugbahn soll TGO im Frühjahr 2018 erreichen und dann auch seine Forschung beginnen. Die Sonde sucht nach Spuren von Methan in der Atmosphäre, was ein Hinweis auf biologische Aktivität auf dem Mars sein könnte.

Für die NASA ist die Planetenkonstellation bereits Routine. Alle Mars-Missionen der NASA haben bereits mindestens eine solche Konstellation erlebt. "Alle unsere Raumschiffe sind da Veteranen", sagte NASA-Manager Edwards. "Wir wissen, was uns erwartet." (APA, red, 21.7.2017)

  • Aus Sicht der Erde verschwindet der Mars für die nächsten zwei Wochen hinter der Sonne. Die Kommunikation mit den Rovern und Sonden wird darunter leiden.
    foto: apa/afp/nasa

    Aus Sicht der Erde verschwindet der Mars für die nächsten zwei Wochen hinter der Sonne. Die Kommunikation mit den Rovern und Sonden wird darunter leiden.

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