Islamisten auf Philippinen haben laut Duterte 300 Geiseln in ihrer Gewalt

21. Juli 2017, 13:34
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Wegen der Sorge um die Geiseln ist laut dem philippinischen Präsidenten keine große Befreiungsaktion geplant

Manila – Auf den Philippinen haben Islamisten nach Angaben von Präsident Rodrigo Duterte in der umkämpften Stadt Marawi etwa 300 Geiseln in ihrer Gewalt. Nach einem Truppenbesuch kündigte der Präsident am Freitag an, dass es über den laufenden Militäreinsatz hinaus keine große Befreiungsaktion geben werde.

Ansonsten würden die Islamisten möglicherweise mit der Hinrichtung der Geiseln beginnen. Notfalls müsse man "ein Jahr warten".

Bisher 600 Menschen getötet

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Islamisten in der südphilippinischen Stadt Marawi – etwa 800 Kilometer südlich von Manila auf der Insel Mindanao – dauern seit fast zwei Monaten. Seither wurden bereits mehr als 600 Menschen getötet. Über die Zahl der Einwohner, die von den Islamisten als Geiseln gehalten werden, gab es immer wieder unterschiedliche Angaben. Anfangs hatte das Militär auch mitgeteilt, es handle sich nur um insgesamt 100 Islamisten, was sich angesichts der deutlich über dieser Zahl liegenden Totenzahlen aufseiten der IS-Anhänger aber nicht halten ließ.

An diesem Samstag stimmt der philippinische Kongress – beide Kammern des Parlaments – über eine Verlängerung des Kriegsrechts ab, das für ganz Mindanao gilt. Duterte hatte es im Mai ausgerufen. Jetzt soll es bis zum Jahresende gelten. Der Präsident sagte: "Die haben 300 Geiseln. Wir müssen warten. Ich habe gesagt: Greift nicht an. Wenn Ihr das tut, beginnen die vielleicht damit, die Leute zu enthaupten." Duterte hatte die Truppen in Marawi am Donnerstag besucht. (APA, 21.7.2017)

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