Unionspolitiker fordert Masterplan für künstliche Intelligenz

    21. Juli 2017, 11:47
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    Man dürfte das Forschungsgebiet der Zukunft auch wegen der ethischen Fragestellungen nicht China überlassen, sagt Thomas Jarzombek

    Berlin – Der deutsche CDU-Politiker Thomas Jarzombek fordert einen Masterplan für die Zukunftstechnologie künstliche Intelligenz. Nachdem China am Donnerstag angekündigt hat, bis 2025 auf diesem Gebiet weltweit führend sein zu wollen, fordert der IT-Experte eine schnelle deutsche und europäische Antwort. "Wir brauchen in der neuen Legislaturperiode sofort einen Masterplan, in dem Forschung und Wirtschaft zusammenarbeiten", sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

    "Die Technologie ist so entscheidend, dass wir sie nicht China überlassen dürfen, wo es ein ganz anderes Menschenbild gibt." Er warnte davor, dass in Deutschland aus ethischen Bedenken nicht erneut eine Zukunftstechnologie verhindert werden dürfe.

    EU soll Beihilferegeln lockern

    Künstliche Intelligenz (KI) wird als Technologie für viele Branchen immer wichtiger – etwa beim autonomen Fahren oder bei digitalen Sprachassistenten. Forscher versuchen, menschliche Wahrnehmung und menschliches Handeln durch Maschinen nachzubilden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits gefordert, dass in der EU notfalls Übernahmen von Start-Ups in diesem Gebiet durch Firmen aus den USA oder China verhindert werden sollten. Zudem solle die EU ihre Beihilferegeln in diesem Bereich lockern.

    In den Wahlprogrammen der Parteien findet das Thema KI allerdings kaum Niederschlag: Im gemeinsamen Programm von CDU und CDU wird das Thema zweimal erwähnt, in den Programmen von SPD, FDP, Grüne und dem gesonderten CSU-Bayernplan je einmal. Linkspartei und AfD erwähnen das Thema gar nicht.

    Chinas Staatsrat hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass das Land bei KI bis 2025 führend sein will. Der Wert der heimischen Branche werde bis 2020 wohl auf umgerechnet etwa 19 Milliarden Euro steigen und bis 2025 auf rund 51 Milliarden Euro. (Reuters, 21.7.2017)

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