Familie Benetton ist im Rennen um Ducati dabei

21. Juli 2017, 11:03
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Die italienische Industriellenfamilie tritt laut Insidern bei der VW-Tochter mit Finanzinvestoren und Autokonzernen in Konkurrenz

London – Die italienische Industriellenfamilie Benetton ist Insidern zufolge im Rennen um die Volkswagen-Motorradmarke Ducati. Die Familienholding Edizione habe allerdings starke Konkurrenz von Finanzinvestoren und Autokonzernen aus Indien und den USA, sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die VW-Tochter Audi, an der Ducati angedockt ist, könne mit einem Erlös von knapp 900 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro rechnen, hieß es in Finanzkreisen. Die Benettons hätten in der ersten Bieterrunde gut eine Milliarde Euro auf den Tisch gelegt.

Aus der Branche kommen die indische Eicher Motors, der die Motorrad-Traditionsmarke Royal Enfield gehört, und Bajaj Auto. Auch der US-Schneemobilhersteller Polaris habe den Hut in den Ring geworfen. Er hatte angekündigt, seine vor 18 Jahren erworbene Motorradmarke Victory einzustellen. Hoffnungen machen sich auch die Finanzinvestoren Bain Capital, CVC, Advent und PAI, Und auch die italienische InvestIndustrial, der der ehemalige VW-Chef Ferdinand Piech Ducati 2012 für 860 Millionen Euro abgekauft hatte, habe ein unverbindliches Gebot abgegeben. Am Ende könnte sich Benetton auch mit einem der Finanzinvestoren zusammentun, sagten mehrere Insider.

Die von VW beauftragte Investmentbank Evercore könnte schon am Wochenende die aussichtsreichsten Bieter auswählen. Nicht mit von der Partie ist Harley Davidson. Die Amerikaner hatten sich Ducati zwar angesehen, seien aber von der hohen Bewertung abgeschreckt worden. Der Motorradhersteller aus Bologna kam 2016 auf 731 Millionen Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von rund 100 Millionen Euro. Die einflussreichen Arbeitnehmervertreter von Volkswagen sehen den Verkauf ohnehin kritisch: "Ducati ist ein Juwel", das bei VW gut aufgehoben sei, sagte ein Betriebsratssprecher. (Reuters, 21.7.2017)

  • Nicht mit von der Partie ist Harley Davidson. Die Amerikaner haben sich Ducati zwar angesehen, sollen aber von der hohen Bewertung abgeschreckt worden sein.
    foto: apa/epa/nic bothma

    Nicht mit von der Partie ist Harley Davidson. Die Amerikaner haben sich Ducati zwar angesehen, sollen aber von der hohen Bewertung abgeschreckt worden sein.

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