Smartphone mit Sicherheitslücken verkauft: Klage gegen Media Markt

    21. Juli 2017, 08:42
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    Deutsche Verbraucherschützer gehen gegen Händler vor, es handelt sich um einen Präzedenzfall

    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat einen Media Markt in Köln geklagt. Dort wurde ein Smartphone verkauft, das erhebliche Sicherheitslücken aufweist. Es handelt sich um das 99 Euro teure Cynus T6, das mit der veralteten Kitkat-Version des Android-Betriebssystems ausgestattet war. Hersteller Mobistel soll 2016 vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der IT (BSI) über die Lücken informiert worden sein, Reaktion gab es darauf keine.

    Unmittelbarer Vertragspartner

    Doch warum wird nicht Mobistel geklagt, sondern Media Markt? Die Verbraucherzentrale NRW begründet das damit, dass Kunden der "unmittelbare Vertragspartner" sind. "Es kann nicht sein, dass ich ein neuwertiges Gerät in einem Markt kaufe, das mit Sicherheitslücken behaftet ist, die auch im Nachhinein, wenn ich es in Betrieb nehme, nicht geschlossen werden, und ich das nicht weiß", erklärt Christine Steffen, die in der Verbraucherzentrale NRW für das Thema zuständig ist, der "Süddeutschen Zeitung".

    Druck ausüben

    Über die Klage gegen Media Markt soll wiederum Druck auf Hersteller und Entwickler ausgeübt werden. Es handelt sich um einen Präzedenzfall, wenngleich die Klage nur eine einzige Media-Markt-Filiale behandelt. Der Elektrohändler wollte den Fall gegenüber deutschen Medien mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren. (red, 21.7.2017)

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    SZ

    • Media Markt muss sich vor Gericht wegen des Verkaufs von unsicheren Geräten verantworten.
      foto: dapd/schürmann

      Media Markt muss sich vor Gericht wegen des Verkaufs von unsicheren Geräten verantworten.

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