Tesla-Chef macht viel Wind um Hyperloop

21. Juli 2017, 08:31
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Laut Elon Musk rückt die futuristische Röhrenpost der Realisierung näher: Er habe eine "mündliche" Genehmigung, bei Behörden weiß man davon nichts

San Francisco – Elon Musk hat wieder einmal eine vollmundige Ankündigung für seine Twitter-Follower bereit. Er habe eine mündliche Genehmigung der US-Regierung für die Hyperloop genannte Untergrund-Magnetbahn zwischen New York City und Washington, verkündete der Tesla-Chef.

Die Ankündigung.

Im Büro des New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio will man allerdings weder etwas von einer mündlichen Vereinbarung noch von den Hyperloop-Plänen wissen. "Das sind Neuigkeiten für das Rathaus", twitterte Bürgermeister-Pressesprecher Eric Phillips als Reaktion.

Die Reaktion.

Musk spricht seit Jahren von dem Projekt, bei dem Züge mit reibungsarmer Magnetbahntechnik in Vakuumtunnels fahren sollen. Erst 2013 hatte er gesagt, eine Bahn von Los Angeles nach San Francisco werde weniger als sechs Milliarden Dollar kosten und sieben bis zehn Jahre Bauzeit benötigen. Auf Twitter teilte er jüngst mit, die Fahrzeit der Hyperloop-Schnellbahn zwischen den beiden Städten werde 29 Minuten betragen. In weiteren Twitter-Einträgen kündigte er ähnliche Projekte im Großraum Los Angeles und in Texas an.

Verkehrsreiche Städte verbinden

Verkehrsreiche Städte wie Los Angeles und San Francisco miteinander zu verbinden war überhaupt ursprünglich Musks Plan. Ob das je passieren wird? Man weiß es nicht. Gehört hat man von Großprojekten, die mehr oder weniger nahe der Realisierung sein sollen, des Öfteren. Wohl auch angesichts der Prestigeträchtigkeit des aufregend anmutenden Projekts.

Bisher spielt das Hochgeschwindigkeitssystem zur Beförderung von Menschen in Kapseln allenfalls in der Mobilitätszukunft eine Rolle. Tech-Milliardär Musk steckt hinter der futuristischen Rohrpost, die Menschen mit bis zu 1.200 Kilometern pro Stunde transportieren soll. Musk hat allerdings von Anfang an klargemacht, dass er selbst keine Zeit habe, sein Konzept umzusetzen. Es gibt bereits mehrere von Space X unabhängige Unternehmen, die Musks Idee aufgegriffen haben und kommerziell am Hyperloop arbeiten.

Zum Beispiel einer von Musks eigenen Leuten, der Maschinenbauingenieur Brogan BamBrogan, einer der Gründer des US-Start-ups Hyperloop One. BamBrogan ist auch nicht gerade mundmaul und hält die Hyperloop-Fans bei Laune. Australien, China, Indien und Großbritannien mischen mit im Rennen um den Bau der ersten Strecken, gab Hyperloop One Anfang des Jahres bekannt.

Geprüft würden unter anderem die Strecken Sydney–Melbourne, Schanghai–Hangzhou, Mumbai–Neu-Delhi und eine Verbindung zwischen London und Edinburgh. Dann sah es so aus, als würde das Start-up die Transitbahn in den Vereinigten Arabischen Emiraten bauen. Sie soll Dubai und Abu Dhabi miteinander verbinden.

Noch näher

Auch die Nachbarn sind interessiert, Bratislava hat Interesse bekundet. Die slowakische Regierung soll einen Vertrag mit Hyperloop Transportation Technologies (das Start-up kommt ebenfalls aus den USA und ist nicht zu verwechseln mit Hyperloop One) abgeschlossen haben, um das Potenzial der neuen Transportmöglichkeit auszuloten. Wien–Bratislava in acht Minuten, lauteten damals die Schlagzeilen. Etwaige Strecken könnten aber auch Personen in wenigen Minuten zwischen Wien, Bratislava und Budapest transportieren.

Eine für das Jahresende 2016 angekündigte Machbarkeitsstudie wurde bislang nicht veröffentlicht. Antwort auf mehrfache Nachfragen nach dem Projekt in Bratislava gab es nicht. Auch in Wien hat man bisher abgewinkt. (rebu, 21.7.2017)

  • In Sachen Röhre gibt es mittlerweile immer wieder Neuigkeiten, denn verschiedene Studententeams versuchen sich an realisierbaren Möglichkeiten.
    foto: apa/afp/gene blevins

    In Sachen Röhre gibt es mittlerweile immer wieder Neuigkeiten, denn verschiedene Studententeams versuchen sich an realisierbaren Möglichkeiten.

  • Den entsprechenden Wettbewerb hat Space X ausgelobt.
    foto: reuters/monica almeida

    Den entsprechenden Wettbewerb hat Space X ausgelobt.

  • Auch Röhren stehen schon an verschiedenen Orten herum – hier etwa in den Niederlanden.
    foto: reuters/michael kooren

    Auch Röhren stehen schon an verschiedenen Orten herum – hier etwa in den Niederlanden.

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