Brutale Raubüberfälle: Serientäter in Graz ausgeforscht

21. Juli 2017, 17:13
50 Postings

Sieben ältere Frauen als Opfer – nun wird nach einem Rumänen gesucht

Graz – Die Serie begann Ende Juni: Passanten entdeckten eine 82-jährige Frau bewusstlos mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen neben einer Fahrbahn liegend im Süden von Graz. Wenige Tage später wurde eine 76-jährige Frau auf dem Heimweg überfallen und ebenfalls schwer verletzt.

Kurz darauf riss ein zunächst Unbekannter einer 69-Jährigen die Goldkette vom Hals. Es folgten weitere Fälle von brutalen Raubüberfällen auf ältere Frauen, insgesamt sieben mit ähnlichem Muster. Fahndungsfotos wurden veröffentlicht, in der Polizei eine Sonderkommission eingerichtet.

Am Freitag schließlich gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt: Der Täter sei identifiziert und international zur Fahndung ausgeschrieben. Es handle sich um einen bereits in Rumänien wegen Raubes zu einer mehrjährigen Haftstrafe Verurteilten. Landespolizeidirektor Gerald Ortner sagte, der entscheidende Hinweis zur Identifizierung sei über die österreichische Verbindungsbeamtin in Rumänien gekommen.

Bereits amtsbekannt

Der Verdächtige war aber auch hierorts bereits amtsbekannt. Der Rumäne war am 21. Mai über Spielfeld eingereist und am 22. Juni in Wien kontrolliert worden. Wegen eines schon Jahre zurückliegenden Einbruchsdiebstahls habe es eine laufende Aufenthaltsermittlung gegeben, "die aber kein Haftbefehl ist", erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Bacher. Sonderkommissionsleiter Michael Lohnegger ergänzte, bei den Beamten in Spielfeld habe der Mann eine Adresse aus seinem familiären Umfeld in der Steiermark angegeben. Diese sei auch überprüft worden. Die Beamten an der Grenze in Spielfeld hätten Zugang zum österreichischen Strafregister, nicht aber zu anderen, deshalb sei der Raub in Rumänien nicht aufgeschienen, sagte Lohnegger. Der momentane Aufenthaltsort des Verdächtigen sei jedenfalls nicht bekannt,

Hansjörg Bacher sprach von "Knochenarbeit" der Polizei, er hoffe, dass der Haftbefehl "zeitnah" vollzogen werden könne. "Der Tatverdacht ist derart dringend, dass eine Festnahmeanordnung erfolgt ist", sagte Bacher.

Lohnegger hält es für nicht ausgeschlossen, dass sich der 31-Jährige noch in der Steiermark oder in anderen Bundesländern aufhält: "Wir gehen davon aus, dass er Halsketten und Ohrringe zu veräußern versucht." (mue, 21.7.2017)

  • Der Verdächtige wurde aufgrund von Fahndungsfotos identifiziert.
    foto: apa / lpd steiermark

    Der Verdächtige wurde aufgrund von Fahndungsfotos identifiziert.

    Share if you care.