Islamische Glaubensgemeinschaft zählt Moscheen in Österreich

21. Juli 2017, 08:05
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Ergebnis soll ab September auf Website veröffentlicht werden – ATIB betreibt 65 Gebetshäuser

Wien – Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) erhebt derzeit die Zahl ihrer Gebetshäuser in Österreich. Ab September sollen die Einrichtungen auf der Website abrufbar sein, sagte eine Sprecherin. Die größten Betreiber sind der türkisch-islamische Verein Atib, die ebenfalls türkische Gemeinschaft Milli Görüs und die Bosnische Kulturgemeinschaft. Insgesamt gibt es rund 400 Gebetshäuser.

Derzeit gibt es keine öffentlich zugängliche Aufstellung der von der IGGiÖ betriebenen Gebetshäuser. Im Zuge des in Fahrt kommenden Wahlkampfes war die Diskussion über die Überprüfung der islamischen Einrichtungen entfacht. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) kündigte etwa die Auflösung von Moscheevereinen an, sollten diese aus dem Ausland finanziert werden. Laut Islamgesetz ist dies seit 2015 verboten.

Rund 700.000 Muslime

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) schätzt die Zahl der Muslime in Österreich auf rund 700.000 Personen, was rund acht Prozent der Bevölkerung ausmacht. Ihre größte Religionsvertretung ist die IGGiÖ mit laut Eigenangabe 500.000 Mitgliedern. Nicht dazu zählen die Aleviten in Österreich, die als eigene Religionsgemeinschaft anerkannt sind. Zusätzlich gibt es noch weitere Organisationen, die den Vertretungsanspruch der IGGiÖ anzweifeln.

Noch vor drei Jahren gab es laut Glaubensgemeinschaft an die 200 Gebetsräume für Muslime in Österreich – mittlerweile hat sich diese Angabe verdoppelt. Moscheen mit Minaretten – sie sind regelmäßig Anlass für emotionale politische Diskussionen – sind davon lediglich vier. Sie befinden sich im Tiroler Telfs, im Salzburger Saalfelden, in Bad Vöslau in Niederösterreich und in Wien-Floridsdorf. Letztere ist auch Österreichs größte und prominenteste Moschee.

Kritik an Atib

Vor allem Atib war in den vergangenen Wochen Kritik aus politischer Richtung ausgesetzt. Der Vorwurf, den etwa der ehemalige Grüne Peter Pilz erhob: Spionage und geheimdienstliche Tätigkeiten für die Türkei, zudem illegale Finanzierung aus dem Ausland. Von Regierungsseite verwies man auf gleich mehrere Prüfungen, die derzeit im Laufen seien. Etwa durch die Staatsanwaltschaft Wien, den Verfassungsschutz und das Kultusamt.

Klarheit herrscht zumindest über die 65 von Atib selbst geführten Gebetshäuser bzw. Vereinslokale, die allesamt auf der Website des Vereins angeführt sind. Die meisten davon gibt es in Vorarlberg mit 13, in Niederösterreich und Tirol werden jeweils elf angeführt. Es folgen Oberösterreich mit zehn und Wien mit sieben Gebetshäusern. In Kärnten gibt es nur fünf Atib-Moscheen, in der Steiermark drei und im Burgenland gar keine. (APA, 21.7.2017)

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