Trumps Syrien-Politik: Freie Hand für Russland

Kommentar20. Juli 2017, 18:05
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Die Jihadisten und nicht Assad als größte Gefahr in der Region zu sehen ermöglicht Trump die Kooperation mit Russland

Die CIA-Unterstützung für "moderate" Rebellen gegen das Assad-Regime in Syrien war ganz klar ein Fehlschlag: Sie sei zu spät gekommen und zu gering gewesen, sagen die einen, es gebe gar keine gemäßigten Kräfte auf dem syrischen Schlachtfeld, die anderen. Donald Trump kritisierte das Herzstück der Syrien-Politik Barack Obamas während des Wahlkampfs als sinnlos – und hat es nun als Präsident laut Washington Post tatsächlich eingestellt.

Zwar hat Trump, noch keine drei Monate im Amt, eine Militärbasis Assads bombardiert. Sein Zugang, dass nicht Assad, sondern die Jihadisten die größte Gefahr in der Region seien, ist jedoch gleich geblieben. Das öffnete ihm den Weg für die Zusammenarbeit mit Russland, mit dem sich die USA kürzlich auf eine "Deeskalationszone" in Südsyrien geeinigt haben.

Wenig Vertrauen in die Russen

So weit, so pragmatisch, denn das macht Kräfte für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" und Al-Kaida frei. Aber man kann es auch so interpretieren, dass Trump den Russen in Syrien einfach freie Hand gibt.

Dass nicht nur notorische Trump-Kritiker das so sehen, zeigt Israels offensichtliche Unzufriedenheit mit der Entwicklung im Süden Syriens. Es fehlt das Vertrauen, dass die Russen wie vereinbart wirklich verhindern, dass Iraner und libanesische Hisbollah in Syrien der israelischen Grenze zu nahe kommen – beziehungsweise dass die USA dafür sorgen, dass die Russen ihr Versprechen einhalten. (Gudrun Harrer, 20.7.2017)

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