Citigroup wählt Frankfurt als Brexit-Exil fürs Investmentbanking

20. Juli 2017, 15:44
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Deutsches Finanzzentrum erste Wahl

London/Frankfurt/New York – Die US-Großbank Citigroup will wegen des Brexit ihr Geschäft in Frankfurt ausbauen. Eine bestehende Tochter in Deutschland solle mit einer Handelslizenz ausgestattet werden, schrieb die Bank am Donnerstag an ihre Mitarbeiter. Frankfurt sei die erste Wahl gewesen, einerseits wegen der vorhandenen Infrastruktur, andererseits wegen der dort beschäftigten Mitarbeiter und ihrer Erfahrung.

Bisher betreibt Citi das Handelsgeschäft über ihre britische Tochter. Wie viele Stellen wegen des Brexit verlagert werden, stehe noch nicht fest. Unter Umständen müssten etwa 150 Jobs in der EU geschaffen werden, hieß es in dem Mitarbeiterschreiben. London werde aber auch künftig die Zentrale für das Geschäft in Europa, den Nahen Osten und Afrika beherbergen und ein wichtiger Standort bleiben.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Citigroup ihre Tochter in Dublin ausgebaut. Die irische Citibank Europe plc (CEP) beschäftigt inzwischen fast die Hälfte der Citi-Mitarbeiter in der EU. Darüber will Citi auch künftig das normale Bank-Geschäft in Europa betreiben. Auch Standorte wie Amsterdam, Luxemburg, Madrid und Paris könnten der Mitteilung zufolge gestärkt werden.

Großbritannien will bis Ende März 2019 aus der EU austreten. In London tätige Banken brauchen danach eine Gesellschaft mit EU-Banklizenz, wenn sie weiter Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der Union anbieten wollen. Viele Geldhäuser prüfen deshalb die Verlagerung von Geschäften etwa nach Paris, Dublin oder Frankfurt. Für Frankfurt spricht die stabile deutsche Wirtschaft, die gute Infrastruktur sowie die in der Stadt angesiedelte Europäische Zentralbank. (APA/Reuters, 20.7.2017)

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