Montessori-Schule im Visier der Volksanwaltschaft

20. Juli 2017, 14:31
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Bub mit Diabetes ausgegrenzt und Verdacht der Diskriminierung eines Transgenderkindes – Eltern-Brief: "Unfaire und einseitige Berichterstattung"

Brunn am Gebirge – Eine Montessori-Schule in Niederösterreich ist ins Visier der Volksanwaltschaft geraten. Volksanwalt Peter Fichtenbauer hat am Donnerstag in einer Aussendung auf die Ausgrenzung eines Buben mit Diabetes und den Verdacht der Diskriminierung eines Transgenderkindes verwiesen. Ein amtswegiges Prüfverfahren werde eingeleitet.

Dass ein an Diabetes erkrankter Bub vom Unterricht ausgeschlossen worden sei, bezeichnete Fichtenbauer, zuständig für die Überprüfung der Schulverwaltung, als empörend und inakzeptabel: "Es kann nicht sein, dass es im österreichischen Bildungssystem keinen Platz für Kinder mit Diabetes gibt. Das Leben bringt für chronisch kranke Kinder ohnehin genug Beschwernisse mit sich. Unnötige Ausgrenzungen dürfen nicht toleriert werden."

Prüfverfahren eingeleitet

Da es sich bei der Montessori-Schule um eine private Einrichtung handelt, könne die Volksanwaltschaft die Schule nicht direkt überprüfen. Weil jedoch darüber hinaus auch der Verdacht der Diskriminierung eines Transgenderkindes publik geworden sei, leitet Fichtenbauer ein Prüfverfahren ein, "um zu erfahren, ob sich die staatliche Schulaufsicht ausreichend mit der betreffenden Schule auseinandergesetzt hat". Auch Privatschulen, vor allem wenn sie ein Öffentlichkeitsrecht haben, würden der staatlichen Schulaufsicht unterliegen.

Eltern verteidigen Schule

Indes ist am Donnerstag ein Elternbrief an die APA ergangen. "Als Elternvertreter von 21 Familien mit 29 Kindern der (...) Schule wenden wir uns an Sie, da nun auch die Grenze unserer Verträglichkeit überschritten ist", heißt es in dem Schreiben. Ihre Mädchen und Buben würden "mit Begeisterung und Freude" täglich zur Schule gehen. "Unsere Kinder sind glücklich dort!"

Die Eltern orten dem Brief zufolge "unfaire und einseitige Berichterstattung". Und: "Wir haben Angst, dass die Schule unserer Kinder ungerechter Weise einen irreparablen Schaden nimmt!" (APA, 20.7.2017)

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