Sturm mit schwerem Gepäck nach Montenegro

20. Juli 2017, 10:50
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Grazer bereits 2013 und 2015 nach einer Quali-Runde ausgeschieden – Foda: "Wir waren überlegen" – Kapitän Schulz erlitt Hexenschuss

Wien/Podgorica – Der SK Sturm Graz steht schon nach dem ersten Spiel bei der Rückkehr in den Europacup mit dem Rücken zur Wand. Nach der 0:1-Niederlage im Erstrunden-Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Mladost Podgorica müssen die Grazer am Donnerstag (20.30 Uhr, live ORF 1 und im Ticker auf derStandard.at) gewinnen. Problematisch war vor der Abreise nach Montenegro der Mangel an fitten Innenverteidigern.

Leicht wird die Aufgabe für Sturm wahrlich nicht. Im Hinspiel in Graz agierte Mladost abgebrüht, nutzte einen frühen Fehler eiskalt aus und verteidigte den Vorsprung erfolgreich. Die Mannschaft von Trainer Dejan Vukicevic hat in allen drei bisher bestrittenen Europacup-Partien zu null gespielt.

Die Steirer könnte somit wie schon 2013 und 2015 das frühe Aus ereilen. Breidablik (zweite Quali-Runde 2013) und Rubin Kasan (dritte Runde 2015) hießen damals die Gegner. Zählt man die letzten Spiele aus der Europa-League-Gruppenphase 2011/12 dazu, hat Sturm Graz in den vergangenen neun Europacup-Partien kein Erfolgserlebnis gefeiert. Der letzte Sieg datiert mit 29. September 2011, seinerzeit schlugen die Grazer AEK Athen auswärts in der Gruppenphase 2:1.

Kein Drama

Trainer Franco Foda wollte die Lage freilich nicht überdramatisieren. "Wir sind in der Lage, in Podgorica auch zu gewinnen, das hat die Leistung zu Hause gezeigt", schöpfte der gebürtige Mainzer Mut aus der Tatsache, dass Sturm das Hinspiel klar dominierte. "Wir waren überlegen, haben uns auch einige Tormöglichkeiten herausgespielt, aber kein Tor erzielt."

Am Wochenende legte Sturm im ÖFB-Cup eine erfolgreiche Generalprobe hin. "Wir sind jetzt im Cup weitergekommen, haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt", verwies Foda auf den 3:0-Sieg gegen den FC Hard, wo es im Finish noch mit dem Toreschießen klappte. In die Auslage gespielt hat sich dabei Neuzugang Fabian Schubert, dem gegen den Regionalligisten zwei Treffer gelangen.

Abwehrsorgen

Kopfzerbrechen bereitet Foda derzeit aber ohnehin die Schaltstelle in der Abwehr. Mit Christian Schoissengeyr und Lukas Spendlhofer sind zwei Innenverteidiger noch rekonvaleszent, am Montag verletzte sich mit Kapitän Christian Schulz ein dritter. Der Deutsche erlitt im Training einen Hexenschuss und flog nicht mit nach Podgorica. "Wir müssen einige Umstellungen vornehmen, aber Trainer sind dazu da, Lösungen zu finden", blieb Foda aber gelassen.

Möglich ist, dass Sturm noch auf dem Transfermarkt tätig wird. "Wir werden jetzt einmal schauen, wie schnell Schoissengeyr und Spendlhofer von ihren Verletzungen genesen sind", ließ Foda wissen. "Auch im offensiven Bereich sind wir vielleicht nicht in der Breite so gut aufgestellt. Auch da sind wir noch im Überlegen, aber wir lassen alles auf uns zukommen." (APA, red, 20.7.2017)

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde, Rückspiel, Donnerstag

Mladost Podgorica – Sturm Graz
Gradski-Stadion, 20.30 MESZ, live ORF 1, SR Nikola Popow (BUL)

Mögliche Aufstellungen:

Podgorica: Ljuljanovic – Djurisic, Vukcevic, Cicmil, Novovic – Raicevic, Vlahovic – Petrovic, Krkotic, Cetkovic – Knezevic

Ersatz: Ivanovic – Roganovic, Stijepovic, Burzanovic, Milickovic, Bukorac, Kopitovic

Es fehlt: Kaludjerovic (nach gelb-roter Karte gesperrt)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Maresic, Puchegger, Lykogiannis – P. Zulj, Jeggo – Hierländer, Alar, Röcher – Zulechner

Ersatz: Gratzei – Potzmann, Lovric, Huspek, Schmerböck, Schmid, Schubert

Es fehlen: Schulz (Hexenschuss), Schoissengeyr, Spendlhofer (rekonvaleszent), Ovenstad (Schulterverletzung)

Hinspiel 1:0, Aufsteiger in der 3. Runde der Qualifikation gegen Fenerbahce Istanbul. Spieltermine sind der 27. Juli und der 3. August. Der Verlierer scheidet aus dem Europacup aus.

  • Sturm droht ein Déjà-vu.
    foto: apa/scheriau

    Sturm droht ein Déjà-vu.

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