USA: Trump bricht wegen Russland-Affäre mit Justizminister Sessions

Video20. Juli 2017, 16:47
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Jeff Sessions will trotz Kritik im Amt bleiben: "So lange, wie es angemessen ist"

Washington – Nach dem Hickhack um die Gesundheitsreform und die Russland-Affäre seines Sohnes bringt ein Zeitungsinterview US-Präsident Donald Trump abermals in Erklärungsnot.

Wegen der Kontakte seines Teams nach Moskau hat sich Trump nun offenbar nachhaltig mit seinem Justizminister Jeff Sessions entzweit. Er hätte Sessions nicht ernannt, wenn er gewusst hätte, dass dieser sich in der Causa für befangen erklären würde, sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "New York Times".

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"Wie kann man einen Job übernehmen, wenn man sich selbst für befangen erklärt", sagte Trump in dem Interview. Wenn Sessions sich vor einer Ernennung zum Justizminister für befangen erklärt hätte, "hätte ich gesagt, 'Danke, Jeff, aber ich werde dich nicht nehmen'." Sessions' Verhalten sei "extrem unfair – und das ist ein mildes Wort – gegenüber dem Präsidenten".

Trotz der massiven Kritik an seiner Person will Sessions aber im Amt bleiben. "Ich habe die Absicht, dies so lange zu tun, wie es angemessen ist", antwortete Sessions auf entsprechende Fragen bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Washington.

Unerwähnte Begegnungen

Sessions hatte sich vergangenes Jahr als damaliger Senator und Wahlkampfberater Trumps mehrmals mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen – dass er diese Begegnungen während seines Nominierungsverfahrens im Senat unerwähnt ließ, erregte Argwohn. Erst nach der Enthüllung dieser Treffen durch die Presse bestätigte sie der inzwischen ins Amt eingesetzte Minister. Zudem erklärte er formell seinen Rückzug aus den Russland-Ermittlungen des ihm unterstehenden FBI.

Trump steht wegen der Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams unter massivem Druck. In der Affäre ermitteln derzeit mehrere Kongressausschüsse sowie die Bundespolizei FBI und der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller. Sie gehen dem Verdacht von Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und der russischen Führung während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr nach. (red, APA, AFP, 20.7.2017)

  • Trump und Sessions beim 36th Annual National Peace Officers' Memorial Service im Mai in Washington, D.C.
    foto: apa/afp/saul loeb

    Trump und Sessions beim 36th Annual National Peace Officers' Memorial Service im Mai in Washington, D.C.

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