Salzburger Verkehrsverbund will Werbefolien auf Bussen einschränken

19. Juli 2017, 17:40
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Reaktion auf schwierige Flucht zweier Insassinnen aus einem Fahrzeug vergangene Woche

Salzburg – Der Salzburger Verkehrsverbund will in Zukunft das Bekleben von Regionalbussen mit Werbefolien beschränken. Auslöser dafür war die Attacke eines rabiaten Fahrgasts auf einen Postbus-Chauffeur am vergangenen Donnerstag. Zwei Insassinnen gerieten durch die Rangelei am Fahrersitz in Panik und schlugen mit dem Nothammer eine Busscheibe ein – was ihnen letztlich mehr Mühe kostete als erwartet.

"Ich musste immer wieder hinhauen. Weil das Fenster völlig mit Werbung zugeklebt war, war es sehr schwierig zumindest ein kleines Loch hinzubekommen", sagte eine der betroffenen Frauen am Montag im Gespräch mit der "Kronen Zeitung". Die 15-Jährige habe es schließlich mit letzter Kraft geschafft, die Scheibe doch zu zerschlagen, sich durch die kleine Öffnung zu zwingen und an der Haltestelle ins Freie zu springen, berichtete die Zeitung.

Keine Vollklebung mehr

Nun reagierte der Salzburger Verkehrsverbund auf den Vorfall: "Die Regional- und Postbusse werden in Zukunft keine Vollbeklebung mehr haben", sagte Sprecher Johannes Gfrerer im APA-Gespräch. "Die Fenster am Heck und auf der Einstiegsseite bleiben frei, die Seite des Lenkers wird nur mehr zu einem Drittel beklebt." Konkret habe man von zwei Bussen bereits die Werbeklebefolien entfernt, berichtete Verkehrsverbund-Geschäftsführerin Allegra Frommer. Damit müsse das Sicherheitsthema erledigt sein. Aufrechte Verträge mit Werbepartnern würden jedoch eingehalten.

Im Frühjahr 2017 gewann die Außenwerbungsfirma Progress die europaweite Ausschreibung für die Vermarktung der Werbeflächen für den Salzburger Verkehrsverbund. Der vom Vorfall am Donnerstag betroffene Bus wurde aber von einer anderen Firma gebrandet, weil es sich bei der Beklebung um Eigenwerbung für Salzburg Verkehr – der Verkehrsverbund tritt seit zwei Jahren unter dieser Marke auf – handelte. Dennoch stellte Progress-Geschäftsführer Fred Kendlbacher am Mittwochnachmittag klar, dass die verwendeten Werbefolien alle gesetzlichen Auflagen erfüllen, genehmigt sind und höchste Sicherheit gewährleisten. "Es braucht niemand Angst zu haben, dass er sich einem erhöhten Risiko aussetzt, wenn er in einem gebrandeten Bus sitzt."

Alle Folien seien zertifiziert. "Wir verwenden nur Produkte des amerikanischen 3M-Konzerns, die mehrere Prüfphasen hinter sich haben und vom Verkehrsministerium genehmigt wurden", sagte Kendelbacher im APA-Gespräch. "Mehrere Gutachten bestätigen, dass das Bruchverhalten der Scheiben durch Folien nicht maßgeblich verschlechtert wird." (APA, 19.7.2017)

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