Dayli-Pleite: Masseverwalter überweist 11 Millionen an Gläubiger

19. Juli 2017, 16:36
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Die erste Zwischenverteilung entspricht einer Quote von zehn Prozent der Insolvenzforderungen

Wien/Pucking – Vier Jahre nach Insolvenz und Schließung der Drogeriemarktkette dayli (vormals Schlecker) hat der Linzer Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner am Mittwoch 11,4 Mio. Euro an die Gläubiger überwiesen. Diese erste Zwischenverteilung entspricht einer Quote von 10 Prozent der im Konkurs festgestellten Insolvenzforderungen.

Am 4. Juli 2013 wurde das Sanierungsverfahren über die TAP dayli Vertriebs GmbH eröffnet. Nach der Übernahme der angeschlagenen Schlecker Österreich-Tochter und anderer Auslandstöchter durch die TAP-Gesellschaft des Beraters Rudolf Haberleitner musste die in dayli umbenannte Drogeriemarktkette nach einem Jahr aufgrund einer gescheiterten Investorensuche Insolvenz anmelden. Die knapp 900 Filialen von dayli wurden noch im Jahr 2013 geschlossen, 3.500 Beschäftigte verloren ihren Job. Seit April 2014 wird das Insolvenzverfahren als Konkursverfahren geführt.

Ein "großer Brocken" der Zwischenverteilung werde an den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) fließen, sagte Insolvenzverwalter Mitterlehner zur APA. Der IEF hatte kurz nach der Pleite offene Lohn- und Gehaltsansprüche der ehemaligen dayli-Beschäftigten befriedigt. Weiteres Geld der ersten Quote fließt nach Angaben des Insolvenzverwalters auch an betroffene Lieferanten und Vermieter. "Es sieht so aus, dass nach den jetzigen 10 Prozent am Ende des Verfahrens noch eine weitere, beträchtliche Quote an die Insolvenzgläubiger ausgeschüttet werden kann", sagte die zuständige Linzer Insolvenzrichterin Eugenie Übertsroider in einer Aussendung.

Die Quote für die Gläubiger könnte aber durch ein Gerichtsverfahren noch größer werden. Mitterlehner hat eine Klage gegen drei Mitglieder der Schlecker-Familie am Landesgericht Linz eingebracht und fordert 20 Mio. Euro Schadenersatz. (APA, 19.7.2017)

  • Ein "großer Brocken" der Zwischenverteilung wird an den Insolvenz-Entgelt-Fonds fließen.
    foto: apa/hochmuth

    Ein "großer Brocken" der Zwischenverteilung wird an den Insolvenz-Entgelt-Fonds fließen.

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