Mikrofonpanne: Netanjahu zieht über EU her

    19. Juli 2017, 16:32
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    Bedingungen für einen Frieden zwischen Israel und Palästinensern zu schaffen sei ein "verrückter Versuch", sagte der israelische Regierungschef bei einem Ungarn-Besuch

    Budapest/Jerusalem – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist laut Medienberichten wegen einer Mikrofonpanne bei massiver Kritik an der EU ertappt worden. Es sei "verrückt", wie die EU Israel behandle, sagte Netanjahu laut dem Nachrichtenportal "Ynet" am Mittwoch bei seinem Besuch in Ungarn.

    "Die Europäische Union ist die einzige Vereinigung von Ländern weltweit, die ihre Beziehungen mit Israel (...) an politische Bedingungen knüpft", zitierte ihn die Zeitung "Haaretz". Netanjahu bezog sich mit seiner Kritik laut "Ynet" auf technische Zusammenarbeit, die die EU von der Schaffung der Voraussetzungen für Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern abhängig gemacht habe.

    Israels Regierungschef befand sich demnach unter anderem im Gespräch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Sein Mikrofon soll bei dem privaten Treffen zeitweise noch eingeschaltet gewesen sein, so dass ihn Journalisten außerhalb des Zimmers hätten hören können.

    "Europa gefährdet seine eigene Entwicklung, in dem es seine Beziehung zu Israel in Gefahr bringt wegen dieses verrückten Versuchs, Bedingungen zu schaffen" für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, sagte er laut "Ynet" weiter. "Europa muss sich entscheiden, ob es leben und gedeihen will oder ausdörren und verschwinden."

    Außerdem äußerte sich Netanjahu zu israelischen Luftschlägen gegen Waffenlieferungen für die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah in Syrien. "Ich habe Putin gesagt, wenn wir sehen, dass (der Iran) Waffen zur Hisbollah bringt, dann treffen wir die. Wir haben das schon dutzende Male gemacht." Israel äußert sich üblicherweise nicht zu diesen Angriffen. (APA, 19.7.2017)

    • Benjamin Netanjahu bei seiner Rede in Ungarn
      foto: balazs mohai/mti via ap

      Benjamin Netanjahu bei seiner Rede in Ungarn

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