OeNB: Kreditnachfrage im zweiten Quartal weiter gestiegen

18. Juli 2017, 13:54
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Seit 2007 keine vergleichbare Belebung – Wettbewerb brachte Margenreduktion

Wien – Die gute wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich auch in einer weiter steigenden Kreditnachfrage nieder, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Dienstag mit. Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten ziehe seit drei Quartalen merkbar an. Für das dritte Quartal erwarteten die Banken eine Fortsetzung dieser Entwicklung.

"Seit 2007 gab es diesbezüglich keine vergleichbare Belebung", so die OeNB zu den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage über das Kreditgeschäft vom Juli 2017.

Die Margen (Aufschläge auf Referenzzinssätze) seien im zweiten Quartal von den Banken für Unternehmenskredite mit durchschnittlichem Risiko weiter reduziert worden. Damit habe sich der seit dem zweiten Quartal 2016 bestehende günstige Trend für die Kreditnehmer verlängert. Grund dafür sei vor allem der verschärfte Wettbewerb. Auch bei den Wohnbaukrediten für private Haushalte bracht der Wettbewerb eine leichte Reduktion der Margen. Ansonsten sei das Kreditvergabeverhalten der Banken im zweiten Quartal 2017 weitgehend unverändert gewesen.

Bessere Umfragedaten

Beim Zugang der Banken zu Refinanzierungsquellen seien in den Umfrageergebnissen seit Mitte 2016 Verbesserungen zu erkennen – im zweiten Quartal 2017 vor allem bei der Refinanzierung über Anleihen. Regulatorische Aktivitäten hätten auch im ersten Halbjahr 2017 eine Stärkung der Eigenkapitalpositionen der Banken gebracht.

Die Zentralbanken des Euroraums – in Österreich die OeNB – führen gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, das Kreditnachfrageverhalten von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei werden rund 140 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums befragt, darunter acht Institute aus Österreich. (APA, 18.7.2017)

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