Warum die Philippinen ein Hotspot der Evolution sind

23. Juli 2017, 14:48
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Kaffeegewächse der Gattung Ixora haben die Inselgruppe gleich fünfmal unabhängig voneinander besiedelt

Bayreuth – Die Philippinen gelten als Hotspot pflanzlicher Biodiversität. Nun haben internationale Wissenschafter anhand von Pflanzen der Gattung Ixora nachgewiesen, woran das liegen könnte. Die Untersuchungen zeigten, dass Vertreter dieser Kaffeegewächse die Inselgruppe in der Vergangenheit mindestens fünfmal unabhängig voneinander von besiedelt haben, und zwar aus ganz verschiedenen geografischen Regionen. Das Zusammentreffen ihrer Abstammungslinien wurde dann zum Ausgangspunkt für die Evolution neuer, rein philippinischer Arten.

Die vor allem in den Tropen verbreitete Gattung Ixora ist mit weltweit fast 550 Arten die drittgrößte Gattung der Familie der Kaffeegewächse. Sie ist eine der wenigen Pflanzengattungen, die nicht nur auf den Philippinen, sondern weltweit verbreitet ist. Damit eignen sich diese Sträucher besonders gut, um Erkenntnisse über die Evolution der Pflanzen zu gewinnen, denn die Philippinen sind mit ihren rund 7.000 Inseln ein Schwerpunkt der biologischen Vielfalt.

Über 6.000 endemische Pflanzenarten

Von den gut 14.000 einheimischen Pflanzenarten sind mehr als 6.000 endemisch, kommen also nur dort vor. Für die Untersuchung evolutionärer Prozesse sind im Meer isolierte Inseln grundsätzlich ein hervorragendes Modell. Aber um herauszufinden, welche Verbindungen zum asiatischen Festland und zum ozeanischen Inselreich bestanden, bedarf es einer Gattung wie Ixora mit ihren vielen, weltweit verstreuten Arten.

Für die Aufklärung der Evolution von Ixora im pazifischen Raum analysierte ein Team um Cecilia Banag von der Universität Bayreuth das Erbgut dieser Pflanzen. "Dabei sind wir auf unerwartet komplexe Abstammungsverhältnisse gestoßen. Sowohl der Chloroplastendatensatz als auch der Kern-DNA-Datensatz belegen, dass die von uns untersuchten Arten keineswegs eng miteinander verwandt sind, sondern fünf unterschiedlichen Abstammungslinien angehören", berichtet Banag.

Fünfmal eingewandert

Die Forscher schließen daraus, dass es im Verlauf der Evolution mindestens fünf Ereignisse gab, in denen die Philippinen von jeweils verschiedenen Ixora-Arten besiedelt wurden. Die Beeren von Ixora sind ein beliebtes Futter für Vogelarten im gesamten pazifischen Raum. Vögel können große Distanzen überwinden und haben vermutlich entscheidend zur Ausbreitung von Ixora beigetragen.

Wie die genetischen Analysen zeigen, ereignete sich die Besiedlung der Philippinen sowohl von Westen als auch von Osten her. Vier Ixora-Abstammungslinien lassen sich nach Südostasien zurückverfolgen, eine weitere hat dagegen in Ozeanien ihren Ursprung und kann auf eine lange und selbständige Entstehungsgeschichte zurückblicken. Infolge der Besiedlung von außerhalb und nachfolgender Entstehung endemischer Arten hat sich auf den Philippinen ein Genpool gebildet, der die Grundlage für eine weitere genetische Differenzierung der Ixora-Pflanzen darstellt. (red, 23.7.2017)

  • Ixora javanica ist eine tropische Zierpflanze und wird auf den Philippinen auch als Heilpflanze verwendet.
    foto: grecebio jonathan d. alejandro

    Ixora javanica ist eine tropische Zierpflanze und wird auf den Philippinen auch als Heilpflanze verwendet.

  • Ixora macrophylla gehört zu den weitverbreiteten philippinischen Pflanzensippen. Von ihr stammen vermutlich einige der regional-endemischen Arten des Inselreichs ab.
    foto: grecebio jonathan d. alejandro

    Ixora macrophylla gehört zu den weitverbreiteten philippinischen Pflanzensippen. Von ihr stammen vermutlich einige der regional-endemischen Arten des Inselreichs ab.

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