Weinschenke Schneider: Heurigenbuffet einmal anders

18. Juli 2017, 11:00
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In Hietzing wurde eine alte Weinschenke einer Frischekur unterzogen

Ob es nun nobler ist, in Döbling oder in Hietzing zu wohnen, darüber wird in Wien gerne diskutiert. Darüber, dass die Dichte an Heurigen im 19. Bezirk wesentlich höher ist, scheint man sich aber zumindest einig zu sein. Umso erfreulicher ist es, wenn es Unternehmer gibt, die die Heurigenkultur auch im 13. Bezirk erhalten wollen. Klaus Schneider, der eigentlich Busunternehmer ist, hat die Weinschenke seines Vaters übernommen und einer Runderneuerung unterzogen.

Moderner Heuriger

Zwischen dem ehemaligen Haus von Hans Moser und dem Atelier von Gustav Klimt liegt der idyllische Heurige mit Innenhof. Die Einrichtungsspezialisten von Derenko haben die Weinschenke in ein modernes Lokal verwandelt. Moser, Klimt und Johann Strauss haben in der Nähe gewohnt und wurden auf überdimensionalen Wandbildern verewigt.

foto: alex stranig
Fleischlaberl mit Kartoffelsalat

Im Eingangsbereich steht – wie es sich für einen Heurigen gehört – das Buffet mit allerlei Köstlichkeiten wie Speck aus dem Kärntner Lesachtal. Das Fleisch bezieht Schneider direkt von Bauern – unter anderem aus der Buckligen Welt. In der Theke findet man zum Beispiel Fleischlaberln und Linsensalat.

foto: alex stranig
Linsensalat

Während das Laberl gut gewürzt und von kompakter Struktur ist, ist dem Koch beim Linsensalat offenbar die Essigflasche ausgekommen. Nachdem es dem Linsensalatfreund aufgrund der klein geschnittenen Frankfurter im Salat schon vorher das Gesicht verzogen hat, kann er seine Mimikentgleisungen ob der essigsauren "Marinade" nicht weiter verbergen. Den Würsten sei Dank, fällt diese Speise für Vegetarier aber ohnehin aus.

foto: alex stranig
Gemüselaibchen (7,50 Euro)

Zum Glück gibt es Gemüselaibchen, die auch zum Tisch gebracht werden. Drei frittierte und nicht aufregend schmeckende Taler mit einem Patzen Schnittlauchsauce machen leider auch nicht wirklich zufrieden.

foto: alex stranig
Bauerntoast (8,90 Euro)

Also wird ein Bauerntoast bestellt, der sich als eine Scheibe Schwarzbrot mit Schinken und geriebenem Käse herausstellt. Als Salat gibt es ein Schüsserl Dosenmais. Das reißen leider auch die Tomate und die unmotiviert auf den Teller gespritzte Balsamicocreme nicht mehr heraus.

foto: alex stranig
Hausplatte (8,50 Euro)

Die Hausplatte mit kaltem Schweinsbraten, Blunze, Liptauer und Co erinnert einen zum Glück wieder daran, dass man bei einem Heurigen ist. Und bei einer kalten Platte kann man auch nicht so viel falsch machen. (Alex Stranig, 18.7.2017)

foto: alex stranig
Neben Hans Moser und Gustav Klimt hängen auch Bilder vom alten Hietzing an den den Wänden.

Weinschenke Schneider
Feldmühlgasse 24
1130 Wien
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