Schweiz: Viertelfinale als Minimalziel

    18. Juli 2017, 10:19
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    Unter der deutschen Trainerin Voss-Tecklenburg haben sich die Schweizerinnen kontinuierlich verbessert. Star der "Nati" ist Ramona Bachmann

    Zürich – Das Niveau der Schweizer Frauenfußball-Nationalteams stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Dank Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg konnte das Team neue Ziele, wie die erstmalige WM-Teilnahme (2015 in Kanada) erreichen. Die Deutsche, die ihre Funktion von fünfeinhalb Jahren antrat, brachte das "Sieger-Gen" in die Mannschaft.

    Heute ist das Schweizer Nationalteam so erfolgreich wie nie zuvor. Die Schweizerinnen zeigten in den Qualifikationsspielen eine herausragende Leistung. Sie gewannen alle Spiele und belegten damit unangefochten den ersten Platz der Gruppe.

    Im Rahmen der Vorbereitung auf die EM 2017 nahmen die Eidgenossinnen am Zypern Cup teil, bei dem sie im Finale gegen die in der Weltrangliste besser klassierten Südkoreanerinnen mit 1:0 gewinnen konnten. Dies war der erste internationale Titel überhaupt eines Schweizer Frauen-Nationalteams.

    Ein kleiner Dämpfer war die 0:4-Niederlage gegen England im letzten Vorbereitungsspiel auf heimischem Boden. Allerdings wurden in dem Freundschaftsspiel einige Schlüsselspielerinnen geschont. Trainerin Voss-Tecklenburg nutzte die Partie, um neue Spielerinnen, neue Formationen und Kombinationen zu testen.

    Die Schlüsselspielerinnen

    Eine Art "Superstar" im Schweizer Team ist Ramona Bachmann. Die 27-Jährige spielt aktuell für Chelsea L.F.C., wo sie von beinahe identischen professionellen Konditionen profitieren kann, wie ihre männlichen Kollegen. Sie kontrolliert den Ball wie nur wenige andere Spielerinnen, hat eine herausragende Technik und, als Stürmerin, die perfekte Position, um ihren Beitrag zu vielen Toren für die Schweiz leisten zu können. In bisher 80 Spielen für das Nationalteam traf sie bereits 42 Mal.

    Eine weitere Schlüsselspielerin ist Fabienne Humm. Seit fast zehn Jahren steht sie in Diensten des FC Zürich Frauen, wo sie eine zentrale Position einnimmt. Humm gilt als sehr erfahrene Spielerin und war auch bereits Teil des WM-Teams von 2015 in Kanada. Dort war sie nicht nur die erfolgreichste Torschützin der Schweizerinnen, sondern erzielte auch den schnellsten Hattrick in der Geschichte der Frauen-Weltmeisterschaften.

    Nicht weniger wichtig ist Lara Dickenmann. Die Mittelfeldspielerin des Vfl Wolfsburg ist die bisher einzige Spielerin der Schweiz, die die Champions League zweimal gewinnen konnte: 2011 und 2012 jeweils mit Olympique Lyonnais. Im tendentiell jungen Team der Schweizerinnen gehört die 31-Jährige zu den Erfahrenen.

    Lia Wälti, Kapitänin von Turbine Potsdam, zählt ebenfalls zu jenen Spielerinnen, auf die nur schwer verzichtet werden kann. Die Mittelfeldspielerin übernimmt eine wichtige Rolle in der Organisation des Spielaufbaus, aber auch als ruhender Pol innerhalb des Teams.

    Zweiter Gruppenplatz ist das Ziel

    In der Fifa-Weltrangliste belegt die Schweiz aktuell Rang 17, in Europa befindet sie sich auf Rang neun. In der Gruppe mit Frankreich, Island und Österreich ist Frankreich klar zu favorisieren. Der zweite Gruppenplatz, und damit die Qualifikation für das Viertelfinale, ist das erklärte Mindestziel der Schweizerinnen. Auch das Erreichen des Halbfinals ist denkbar.

    Trainerin Voss-Tecklenburg, die in ihrer aktiven Karriere mit Deutschland vier EM-Titel gewann, transformierte ein gut organisiertes, defensiv eingestelltes Team in eine verschworene Gemeinschaft, die offensiv Akzente setzen kann und den Mut hat, zu attackieren. (Mirjam Strässle, 18.7.2017)

    • Ramona Bachmann von Chelsea ist die Goalgetterin der Schweiz.
      foto: ap

      Ramona Bachmann von Chelsea ist die Goalgetterin der Schweiz.

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