Grüner Listenstreit: Lunacek wählte Peter Pilz

    17. Juli 2017, 21:57
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    Spitzenkandidatin der Grünen plädiert nicht für Verbot von Dieselautos

    Wien – Peter Pilz habe sich schon länger "von unseren Werten entfernt", sagte die Spitzenkandidatin der Grünen, Ulrike Lunacek, am Montagabend im Puls-4-Sommergespräch. Schon vor dem Bundeskongress ihrer Partei, bei dem Pilz in einer Kampfabstimmung dem jungen Abgeordneten Julian Schmid unterlag, habe Pilz andere Grüne gefragt, ob sie nicht auf einer neuen Liste mit ihm kandidieren wollen, so der Vorwurf.

    Dennoch habe sie beim Bundeskongress für Pilz votiert, räumte Lunacek ein, die allerdings auch eine Lanze für Schmid brach. Dieser spreche mit seiner Politik viel stärker junge Wähler an. Das Bild, das ihre Partei in den vergangenen Wochen abgegeben habe, bedaure sie aber, wie die langjährige EU-Mandatarin sagte.

    Im Streit mit den Jungen Grünen, der letztlich im Rauswurf des Parteinachwuchses gipfelte, hätte sie freilich auch nicht anders agiert. "Ich hätte auch dafür gestimmt." Sie geht aber davon aus, dass viele Junge diese Entscheidung in der Zwischenzeit mittragen, da die einstige Nachwuchsorganisaton mittlerweile eine Kooperation mit der KPÖ eingegangen ist.

    Lunacek nimmt es sportlich

    Dass die Grünen derzeit in den Umfragen nur mehr bei sechs bis sieben Prozent liegen, nehme sie "sportlich". Es sei leichter, mit einer geringen Erwartungshaltung umzugehen und dann zuzulegen, so Lunacek. Ein konkretes Wahlziel – Parteichefin Ingrid Felipe möchte zumindest zweistellig abschneiden – nannte Lunacek nicht.

    Thematisch wiederholte sie, dass die Grünen für einen Mindestlohn von 1.750 Euro brutto und Mietzinsobergrenzen seien. Die Forderung, keine neuen Dieselautos mehr zuzulassen, wie das in Norwegen bereits beschlossen wurde, kam der grünen Spitzenkandidatin nicht über die Lippen. Sie halte nicht viel von Verboten, sagte sie. Wichtiger sei, den öffentlichen Verkehr und die Infrastruktur für Radfahrer auszubauen. (go, 17.7.2017)

    • Ulrike Lunacek fordert Mindestlohn und Mietzinsobergrenzen.
      foto: robert newald

      Ulrike Lunacek fordert Mindestlohn und Mietzinsobergrenzen.

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