Wir haben "Game of Thrones" gesehen: S07 E01 – "Dragonstone"

17. Juli 2017, 12:39
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Geschwisterstreit im Norden und im Süden, die Vorteile einer guten Planung – und was sonst noch in der ersten Folge der siebenten Staffel von "Game of Thrones" los war

SPOILERWARNUNG!!!! Es geht hier darum, was in der ersten Folge der siebenten Staffel von "Game of Thrones" passiert ist. Wer das nicht wissen will, muss jetzt zu lesen aufhören.

Zuerst sah es so aus, als würde die neue Staffel mit einem Rückblick beginnen. Aber nur kurz, dann war klar, dass Walder Frey eigentlich Arya Stark war, die alles, was sie in Braavos gelernt hatte, zum Einsatz brachte und als Formenwandlerin die gesamte Familie Frey vergiftete. Der überlebenden Bedienerin sagte sie noch, falls sich wer erkundige, was da passiert sei, solle sie sagen, dass der Norden sich erinnere. Und: "Winter came for house Frey." Dann ritt sie durch den Wald Richtung King's Landing, ließ sich von Ed Sheeran als Wegelagerer besingen und gab noch bekannt, dass sie die Königin umbringen wolle.

foto: sky
Snow im Schnee. Aber schließlich ist auch Winter.

Snow in Winterfell

Das mit dem Winter wird jetzt scheinbar wirklich ernst. Überall schneit's, und die White Walker sind auf dem Weg Richtung große Mauer. Im Norden sitzt mittlerweile wieder Jon Snow als Herrscher von Winterfell fest im Sattel. Er tut sich allerdings gerade schwer mit seiner kleinen Schwester Sansa, die offenbar in King's Landing einiges von Cersei über Macht und Furcht gelernt hat und Bestrafung statt Gnade für Verrat fordert. Sansa und Jon streiten vor versammelter Gefolgschaft – Jon setzt sich durch. Sansa gibt sich in der Nachbesprechung dann wieder versöhnlicher, aber es geht ihr gegen den Strich, dass Jon die Entscheidungen trifft und sie lediglich in der Beraterrolle etwas zu sagen hat. Dann schleicht auch noch Petyr Baelish aka "Littlefinger" durch die verschneiten Pawlatschen von Winterfell und wartet nur darauf, irgendetwas gegen irgendwen auszuhecken, das vermutlich mit Thron und König und so zu tun hat.

Bodenmalerei in King's Landing

Apropos: Auf dem Thron der Throne sitzt seit dem Ende der letzten Staffel Cersei Lannister. Zuvor hat sie mit einer gewaltigen Explosion die halbe Stadt und ihre Feinde in die Luft gejagt. Nun ist sie ein wenig einsam und lässt in einem ihrer Residenzräume die Karte von Westeros aufmalen. Denn nur wer einen Plan hat, kann einen Plan entwickeln. Cerseis Bruder und Geliebter Jamie erinnert sie süffisant daran, dass sie derzeit lediglich drei der sieben Königreiche unter ihrer Kontrolle habe, dass den Lannisters Allianzen fehlen – und, ach ja, dass Tommen, der gemeinsame Sohn der beiden, sich umgebracht hat. Nun sind alle Kinder der beiden tot – Jamie stellt Cersei die Frage, für wen die beiden ein Königreich erkämpfen wollen. Cersei betrachtet Tommens Selbstmord als Verrat an ihr und ihren Vorhaben – und verweigert eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema "Tote Kinder". Lieber trinkt sie weiter Wein.

foto: sky
Cersei hat einen Thron, einen Plan, ein Glas Wein. Was ihr fehlt: Schiffe, Freunde und ein bisschen ihre Kinder.

Eine Allianz will sie mit dem verrückten Euron Greyjoy schmieden, der hat nämlich viele Schiffe, und das ist wichtig im Krieg. Euron verlangt im Gegenzug für seine Armada die Hand von Cersei. Sie lehnt ab, aber er will ihr ein Geschenk bringen, dass ihr Herz erwärmt. Und erzählt davon, wie toll es ist, Brüder umzubringen. Das könnte bei Cersei auf positive Resonanz stoßen: Tyrion Lannister, der kleinste und schlaueste der Lannister-Geschwister, segelt mittlerweile mit Daenerys Targaryen und will ihr helfen, jenen Thron zu besteigen, auf dem seine Schwester gerade sitzt.

Dragonglass in Dragonstone

Samwell Tarly leert unterdessen Nachttöpfe in der Zitadelle, dem Sitz des Ordens der Maester, der so etwas ist wie die Wissenschaftercommunity von Westeros. Als Dank dafür, dass er Exkremente wegputzt, darf er in seiner Freizeit die Bücher der Bibliothek studieren und nach der Antwort suchen, was gegen die White Walker jenseits der großen Mauer helfen könnte. Dabei entdeckt er Aufzeichnungen über große Vorkommen des Materials Dragonglass nahe der Burg Dragonstone. Und das Material ist superwichtig im Kampf gegen die Untoten aus dem Norden.

foto: sky
Daenerys' Zuhause: Dragonstone.

In Dragonstone, der Burg, ist mittlerweile Daenerys angekommen. Dragonstone war der Familiensitz des House of Targaryen. Dany ist also zu Hause. Und auch sie hat einen Plan, aber eigentlich hat sie fast ein Modell von Westeros – mit Figuren und allem, was dazugehört. Einen Plan hat sie offenbar sowieso. Danys Schlusssatz: "Lasst uns anfangen." (Michaela Kampl, 17.7.2017)

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