Weiblicher "Dr. Who": Nutzer bekämpfen sexistische Fans

    17. Juli 2017, 09:42
    666 Postings

    Die Entscheidung der BBC sorgt für Flut an negativen wie positiven Kommentaren

    Der nächste "Doctor Who" ist weiblich. Das gab die BBC am Sonntag bekannt. Schauspielerin Jodie Whittaker wird die 13. Person und erste Frau, die den zeitreisenden Außerirdischen porträtieren wird. Das sorgte im Netz für zahlreiche negative und oftmals sexistische Reaktionen. Fans der Serie schrieben etwa, dass die BBC "Brigaden der politischen Korrektheit" befriedigen wolle. Nutzer wandten ein, dass Dr. Who ein "Time Lord", aber keine "Time Lady" sei. Einige User kündigten einen Boykott an.

    Nutzer schlagen zurück

    Nach den ersten misogynen Reaktionen begannen viele Nutzer, sich gegen die sexistischen Äußerungen zu wehren. "Menschen, die eine unsterbliche, zeitreisende Figur akzeptieren, aber keine Frau in einer Hauptrolle...", kommentierte ein Nutzer, dessen Äußerung tausendfach mit "Gefällt mir" markiert wurde. Der Blogger Richard Littler schrieb auf Twitter: "An alle Sexisten, die sich über Dr. Who beschweren: Ihr seid nicht die Zielgruppe. Die Serie will Kinder mit dem Geist von Erwachsenen ansprechen, nicht umgekehrt."

    Solidarität

    Binnen weniger Stunden entwickelte sich ein sogenannter Solidarity-Storm, das Gegenteil eines Shitstorms. User begannen, sich über misogyne Tweets lustig zu machen. "Was kommt als Nächstes? Werden Frauen im echten Leben Doktoren?", fragte ein satirischer Twitter-Account.

    "Star Wars", "Ghostbuster"

    Die Aufregung rund um den weiblichen "Dr. Who" reiht sich in zahlreiche ähnliche Debatten ein. So spielt mit "Rey" eine junge Frau die Hauptrolle in der neuen "Star Wars"-Trilogie. Mit einem rein weiblichen "Ghostbusters"-Ensemble hatte zuvor eine weitere SciFi-Ikone ein deutliches Zeichen gesetzt. In beiden Fällen war es ebenfalls zu einem sexistischen Shitstorm gekommen.

    "Ghostbusters" war etwa im Zuge von Kampagnen von Nutzern negativ bewertet worden. Schauspielerin Leslie Jones hatte nach sexistischen Angriffen und einem Hack ihrer Webseite sogar Twitter verlassen. Das bleibt der neuen "Dr. Who" Jodie Whittaker zumindest erspart: Sie ist nicht auf Twitter, gab "Dr. Who" zuletzt bekannt. Zuvor war es zu zahlreichen Angriffen gegen Fan-Accounts gekommen. (red, 17.7.2017)

    • Jodie Whittaker als neuer "Dr. Who" sorgt für erhitzte Gemüter
      foto: ap/invision/ryan

      Jodie Whittaker als neuer "Dr. Who" sorgt für erhitzte Gemüter

    Share if you care.