Gastrostreit: Diskutieren statt Dekretieren

Kommentar16. Juli 2017, 18:38
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Eine ergebnisorientierte kommunale Diskussionen mit Beteiligten und Interessierten über die Zukunft der Wiener Märkte könnte neue Ideen zutage bringen

Sollte hinter dem Vorgehen des Wiener Marktamts, Lebensmittelstandinteressenten mitten im Sommer per Merkblatt künftige Gastro-Nebenaktivitäten zu verbieten, ein weiterführender politischer Plan der Stadtregierung stehen, so ist dieser ordentlich schiefgegangen. Im beislbesuchsverliebten Wien ist derlei für die Opposition ein aufgelegter Elfmeter, zumal in der nachrichtenmäßigen Saure-Gurken-Zeit.

Von "mittelalterlicher Stadtpolitik" spricht man bei der ÖVP, von "absolutem Wahnsinn" bei den Neos – die damit in der öffentlichen Wahrnehmung zur Rettung der Wiener Märkte ausgeschwärmt sind. Tatsächlich stellt sich die Frage, warum man im Verantwortungsbereich Stadträtin Ulli Simas (SPÖ) nicht den Spätherbst für allfällige Marktordnungsänderungen abgewartet hat. Da soll es, wie angekündigt, ja umfassendere Novellierungspläne geben.

Wobei: Noch besser, ja überfällig, wären ergebnisorientierte kommunale Diskussionen mit Beteiligten und Interessierten über die Zukunft der Wiener Märkte – wobei hier wohl über jeden Markt extra zu sprechen wäre. Was wollen die Kunden wirklich? Was tun, um Nur-Lebensmittel-Standler in einem Gastro- und Supermarkt-Billigangebot-Umfeld überlebensfähig zu machen? Natürlich wäre ein solcher Austausch für Verantwortungsträger riskanter als reines Merkblattverschicken. Denn da könnten Ideen hochkommen, die Bürokraten gegen den Strich gehen. (Irene Brickner, 16.7.2017)

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