MH17-Abschuss: Australien mahnt Russland zur Kooperation

16. Juli 2017, 13:37
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Angehörige demonstrierten vor russischer Botschaft in Den Haag – Sie werfen Russland vor, die strafrechtliche Untersuchung zu blockieren

Sydney / Den Haag / Kiew – Drei Jahre nach dem Abschuss einer Malaysia-Airlines-Maschine über der Ostukraine hat Australien von Russland Zusammenarbeit bei der Verfolgung der Verantwortlichen angemahnt. Russland müsse sich an die UN-Resolution 2166 halten und das zivil- und strafrechtliche Vorgehen unterstützen, sagte die Außenministerin Julie Bishop am Sonntag dem Sender ABC. Die Verantwortlichen könnten auch in Abwesenheit verurteilt werden.

Bei dem Absturz der Maschine im Juli 2014 kamen alle 298 Insassen ums Leben. Die meisten von ihnen waren Niederländer, getötet wurden aber auch Menschen aus weiteren 17 Ländern, darunter 38 Australier.

Nach Erkenntnissen einer internationalen Ermittlungsgruppe wurde die Boeing 777 von einer Buk-Rakete russischer Bauart über der Ostukraine abgeschossen. Die Rakete sei in einem von prorussischen Rebellen gehaltenen Dorf abgefeuert worden. Sie sei zuvor aus Russland in die Ukraine gebracht worden, anschließend sei die Abschussvorrichtung wieder nach Russland zurücktransportiert worden. Russland weist jegliche Beteiligung an dem Zwischenfall von sich.

Die Regierung in Moskau ist dagegen, dass der Prozess vor einem internationalen Gericht stattfindet. Die Verantwortlichen sollen nun in den Niederlanden nach niederländischem Recht verurteilt werden.

Drei Jahre nach dem Abschuss haben Angehörige vor der russischen Botschaft in Den Haag demonstriert. Sie protestierten gegen Versuche Russlands, die strafrechtliche Untersuchung zu blockieren, sagten sie dem niederländischen Fernsehen am Sonntag. Die etwa 15 Demonstranten hatten auf einem Rasen vor der Botschaft eine Bank aufgestellt mit der Aufschrift: "Warten auf Verantwortlichkeit und völlige Aufklärung." In einem Brief riefen sie Russland dazu auf, konstruktiv mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Russland hatte die Errichtung eines internationalen UN-Tribunals mit seinem Veto verhindert. Ein möglicher Strafprozess soll nun nach einer Vereinbarung der an den Ermittlungen beteiligten Länder in den Niederlanden stattfinden. (APA, Reuters, red, 16.7.2017)

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    foto: apa/afp/bulent kilic
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