Palästinenser im Westjordanland erschossen

16. Juli 2017, 09:54
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Israelische Militäroperation gegen mutmaßlichen Attentäter

Jerusalem – Israelische Sicherheitskräfte haben bei einer Militäroperation im Westjordanland einen mutmaßlichen palästinensischen Attentäter erschossen. Der Angreifer habe am Samstag zwei Mal auf Menschen nördlich von Ramallah gefeuert, wie die Armee und die Polizei am Sonntag mitteilten.

Einmal sei ein Militärposten beschossen worden, einmal Zivilisten. Eine Person wurde leicht verletzt. Bei dem späteren Versuch, den Angreifer zu verhaften, habe der 34-Jährige seine Waffe gezückt. Die Sicherheitskräfte hätten ihn daraufhin in der Nacht zu Sonntag in Nabi Saleh getötet.

Nach dem blutigen Anschlag am Tempelberg in Jerusalem soll das Areal an diesem Sonntag wieder "schrittweise" geöffnet werden. Das kündigte Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu am späten Samstagabend an. Allerdings würden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. So würden Metall-Suchgeräte eingesetzt. Zudem würden Kameras angebracht. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte in einem Telefonat mit Netanyahu die tödliche Attacke verurteilt und gebeten, die Schließung der heiligen Stätte zu beenden.

Bei dem Anschlag am Tempelberg waren am Freitag zwei israelische Polizisten und die drei israelisch-arabischen Angreifer getötet worden. Der Tempelberg mit der Klagemauer sowie der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom ist Juden wie Muslimen heilig. Der Streit um die Besuchsrechte, also wer den Hügel betreten und dort beten darf, hatte bereits in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt.

Seit einer neuen Eskalation der Gewalt zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern im Oktober 2015 wurden mehr als 280 Palästinenser oder arabische Israelis sowie 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten. (APA, 16.7.2017)

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