COPD verändert Lunge und Mikrobiom

15. Juli 2017, 13:10
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Wissenschafter konnten zeigen, dass COPD nicht nur die Lunge verändert sondern auch die Bakterien, die in ihr leben

München – Husten, Atemnot und starke Schleimproduktion der Lunge sind typische Symptome einer COPD. Die Krankheit wird oft durch Rauchen ausgelöst und könnte nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2030 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein.

"Innerhalb der COPD gibt es verschiedene Subtypen, die sich beispielsweise durch quantitative Computertomographie nachweisen lassen", erklärt Wolfgang zu Castell, Leiter der Abteilung Scientific Computing (ASC) am Helmholtz Zentrum München. "Wir wollten untersuchen, ob sich das Mikrobiom der Lunge in Abhängigkeit dieser Subtypen verändert", ergänzt der Experte.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher vom Helmholtz Zentrum die Proben von neun gesunden und 16 erkrankten Probanden. Einerseits analysierten die Wissenschafter die Lungen mittels quantitative Computertomographie (qCT) und ordneten die Patienten den unterschiedlichen COPD-Subtypen zu. Andererseits nutzten sie Abstriche der Lungen, um anhand bestimmter Markergene die Zusammensetzung des Lungenmikrobioms zu bestimmen.

Streptokokken unter Verdacht

"Wir konnten zeigen, dass die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft in der Lunge von COPD-Patienten ohne Veränderungen der Lungenstruktur der von Gesunden sehr ähnlich ist", erklärt Marion Engel, Erstautorin der Studie. "Dahingegen unterscheidet sich das Lungenmikrobiom von Erkrankten mit strukturellen Veränderungen der Lunge signifikant von denen der beiden anderen Gruppen – und das unabhängig von der Schwere der Erkrankung."

Der Studie zufolge treten in strukturell veränderten Lungen besonders oft Streptokokken auf. Zu dieser Gattung gehören viele pathogene Vertreter, die auch häufig bei Exazerbationen nachgewiesen werden. Exazerbationen bezeichnen eine teilweise schubweise Verschlimmerung des Krankheitsbildes.

In der Lunge von Gesunden dagegen fanden sich vermehrt Bakterien der Gattung Prevotella, denen auch eine Reihe von probiotischen Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Ergebnisse deuten demnach darauf hin, dass bei bestimmten Subtypen einer COPD Veränderungen der Bakteriengemeinschaften in der Lunge auftreten, die die Ansiedlung potentiell krankheitserregender Bakterien begünstigen können, schreiben die Studienautoren. Die Empfehlung der Forscher: Es sei deshalb sinnvoll, auch das Mikrobiom im Blick zu haben – etwa bei einer Abwägung, ob bei einem Patienten mit bestimmten COPD-Subtyp Antibiotika oder Glukokortikoide verabreicht werden. (red, 15.7.2017)

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