Säureangriffe in London: Zwei Festnahmen

14. Juli 2017, 20:02
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Britisches Innenministerium überlegt schärfere Gesetze für Kauf von Chemikalien

London – Nach mehreren Säureattacken sind in London am Freitag zwei Verdächtige festgenommen worden. Ein 15-Jähriger und ein 16-Jähriger stehen im Verdacht, am Donnerstag fünf Menschen an verschiedenen Orten im Norden Londons Säure ins Gesicht gesprüht zu haben. Die Opfer wurden zum Teil schwer verletzt. Ein 24-Jähriger soll laut Polizei "lebensverändernde" Verletzungen im Gesicht erlitten haben.

Die britische Premierministerin Theresa May verurteilte die Attacken laut einem Sprecher als "entsetzlich". Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick zufolge prüft die Londoner Polizeibehörde zusammen mit dem britischen Innenministerium nun, ob schärfere Regeln für den Kauf von Chemikalien notwendig sind. Säureattacken seien "vollkommen barbarisch", sagte Dick in einem Interview des Radiosenders LBC.

Die Täter sollen sich am Donnerstagabend zu zweit auf einem Moped ihren Opfern genähert haben, bevor sie ihnen Säure ins Gesicht sprühten. Die Opfer, Männer im Alter von 24 bis 52 Jahren, waren der Polizei zufolge zum Zeitpunkt der Angriffe ebenfalls auf Mopeds unterwegs.

Einer der angegriffenen Männer arbeitete für einen Essenslieferdienst, wie die britische Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Unternehmen berichtete. Die Polizei widersprach Gerüchten, wonach es sich bei den Opfern allesamt um Essenslieferanten gehandelt haben soll. In zwei Fällen flohen die Täter mit dem Moped ihrer Opfer. Alle Angriffe ereigneten sich innerhalb einer guten Stunde im Norden der britischen Hauptstadt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Attacken in einem Zusammenhang miteinander stehen. Gegen beide Verdächtige wird wegen schwerer Körperverletzung und Raub ermittelt. Erst im April waren in einem Londoner Nachtclub zwölf Menschen durch Säure verletzt worden. Polizeichefin Dick zufolge handelt es sich um einen Trend, der bis vor kurzem in Großbritannien beinahe unbekannt war. "Wir sind besorgt, weil die Zahlen steigen", sagte Dick. (APA, 14.7.2017)

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