Meinl Bank reduzierte 2016 Bilanzsumme um ein Viertel

14. Juli 2017, 16:57
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Bank sieht sich als "Nischenplayer" mit flexibler Nutzung von Gelegenheiten – Konzern-Verlust 3,5 Mio. Euro – Anlegerklagen großteils beendet, Erfolg vor Bundesfinanzgericht gemeldet

Wien – Die Meinl Bank hat 2016 ihre Bilanzsumme von 410,4 Millionen Euro auf 308,3 Millionen deutlich reduziert. Der Jahresverlust der Bank sank nach 9,1 Millionen im Jahr 2015 auf 2,3 Millionen Euro. Dank der Abwicklung von Anlegervergleichen über die holländische Stichting Atrium Claim seien nahezu alle Anlegerverfahren – außer von der Advofin angestrengte Verfahren – erledigt, teilt das Finanzinstitut am Freitag mit.

Betreffend der strafrechtlichen Ermittlungen zu Meinl European Land (MEL) heißt es in der Aussendung, dies sei ein "Justizskandal ohne Ende". Die staatsanwaltlichen Ermittlungen seien seit mittlerweile zehn Jahren ohne Ergebnis.

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt in der Causa um die frühere Meinl-Immobilienfirma Meinl European Land (MEL), bei der zigtausende Kleinanleger Geld verloren haben, nach wie vor gegen den Banker Julius Meinl sowie andere Verantwortliche der MEL sowie der Meinl Bank. Es geht um den Verdacht des schweren Betrugs, der Untreue sowie der Kursmanipulation. Die Beschuldigten haben die Vorwürfe vehement zurückgewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Im Bilanzjahr 2016, dem ersten vollen Geschäftsjahr unter der Führung des neuen Vorstandsduos Samira Softic und Stephen Coleman, habe die Meinl Bank "erfolgreich Schwerpunkte unter grundsätzlicher Beibehaltung ihres in einigen Bereichen adaptierten Geschäftsmodells" gesetzt. Dabei sei "qualitatives Wachstum" im Vordergrund gestanden. Die Fokussierung auf das Dienstleistungsgeschäft habe zu einem "gesteuerten Rückgang" der Bilanzsumme und zur Steigerung der Nettoprovisionserträge geführt.

Die Meinl Bank verstehe sich als "Nischenplayer" in institutioneller und privater Vermögensverwaltung, Corporate Finance, Equity Banking und Debt Capital Markets. Ein großer Teil der Geschäfte ergebe sich aus der flexiblen Ausnutzung von Gelegenheiten, die sich aufgrund bestehender Geschäftsbeziehungen oder neuer Kundenkontakte ergeben. Die Meinl Bank betreibe Immobilienprojekte, wie die Immobiliengesellschaft Prague Prime Homes, und habe auch in Wien bereits Projekte hinzugefügt. Der Ausbau der Bauherrenmodelle in Prag soll auf andere Städte wie Wien und Budapest vorangetrieben werden. (APA, 14.7.2017)

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