Militärstaatsanwaltschaft in Ukraine durchsucht kritische Medienholding

14. Juli 2017, 14:06
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Tätigkeiten der Redaktion durch die laufenden Ermittlungen laut Kiew angeblich nicht behindert

Kiew – Die ukrainische Militärstaatsanwaltschaft hat am Freitag die Büros der regierungskritischen Westi-Medienholding durchsucht. "Es werden gerade Durchsuchungen in 183 Räumen von Ex-Minister Alexander Klimenko vorgenommen", teilte Militärstaatsanwalt Anatoli Matios in Kiew auf Facebook mit.

Die Tätigkeit der Redaktionen würde nicht behindert. Die Journalisten von Zeitung und Radio sprachen dagegen von einer Blockade ihrer Arbeit.

Aus dem Moskauer Exil geleitet

Die Razzia gehöre zu Ermittlungen gegen das Umfeld des im Februar 2014 nach Russland geflüchteten Ex-Staatspräsidenten Wiktor Janukowitsch, schrieb Matios. Klimenko soll als Leiter der Steuerbehörde dem ukrainischen Staat zwischen 2010 und 2014 umgerechnet 10,5 Milliarden Euro entzogen haben. Die Westi-Gruppe gehört dem 36-Jährigen, der im Moskauer Exil lebt.

Im Februar und März verlor die wegen ihrer Hörereinbindung beliebte Radiostation bereits ihre Frequenzen in der Hauptstadt Kiew und im ostukrainischen Charkiw. Vor knapp einem Jahr wurde zudem der bekannte Journalist Pawel Schweremet durch eine Autobombe getötet, der als Moderator bei Radio Westi arbeitete. Vor drei Wochen wurde der ehemalige Westi-Geschäftsführer Igor Guschwa, nun Chefredakteur der Website Strana.ua, wegen angeblicher Erpressung verhaftet. (APA, 14.7.2017)

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