Christoph Winder: Als nächstes kommt der Brustkataster

14. Juli 2017, 13:46
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Google schaut ganz genau hin

Trübe Nachrichten aus der Welt der Internetgiganten. Amazon beherrscht heute 90 Prozent der Online-Verkäufe, Google 90 Prozent der Suchanfragen und Facebook 90 Prozent des Austausches von Katzenfotos und Ermunterungen zum wehrhaften Islam.

Das heißt im Umkehrschluß: Immer noch zehn Prozent Marktanteil sind in den Händen unverschämter Amazon-, Google- und Facebook-Konkurrenten, welche den Konsumenten am Vollgenuss globaler Totalmonopole hindern und ihm lästige und zeitraubende Entscheidungen aufbürden. Es soll sogar da und dort Kauftransaktionen geben, die nicht unter der Oberhoheit von Amazon stattfinden!

Zum Glück deuten sich Gegenbewegungen an. Soeben wurde bekannt, dass Google sein Street-View-Projekt bald auch hierzulande starten und quasi die österreichische Gesamtoberfläche mit einer Armada von Autokameras aufnehmen wird.

Den datenschutzrechtlichen Sanktus hat Google schon bekommen. Zu Recht! Denn aus welchem vernünftigen Grund wollte man diesem liebenswürdigen kalifornischen Datenhamster verbieten, lückenlos alle heimischen Fassaden, Haustüren,Vorgärten, Hinterhöfe, Jägerzäune und Thujenhecken auszuspähen? Es ist nur zu unserem Besten! Toll wäre es, wenn der Gesetzgeber Google auch erlaubte, im Inneren aller Wohnungen und Häuser in Echtzeit mitzufilmen. Da würden wir uns einen zweiten Fall Kampusch ersparen!

Angeblich plant Google schon zwei Folgeprojekte für Google Street View, nämlich Google Duttle View und Google Beidle View. Sie funktionieren so: 5000 Google-Autos mit Kameras in Brust- und Genitalhöhe fahren landesweit alle Straßen ab und erstellen Kontur- und Bewegungsprofile der primären und sekundären Geschlechtsorgane österreichischer Passanten.

Die Ergebnisse dieser Sammeltätigkeit werden dann in einem nationalen Google-Busen-und-Hodenkataster zusammengeführt, wobei ein Algorithmus aus allen Nippelversteifungsgraden und der Prävalenz von links oder rechts getragenen Hoden zuverlässige Rückschlüsse auf die geheimen Kaufwünsche des österreichischen Passanten ermöglicht. Der Krisenkolumnist begrüßt Duttle View und Beidle View von ganzem Herzen. Im Digitalzeitalter sollte man nichts dem Zufall überlassen. Und die so genannte "Privatheit"? Die wird ohnehin grob überschätzt. (Christoph Winder, 15.7.2017)

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