Affe als "Urheber" von Selfie: Fotograf durch Gerichtskosten pleite

    14. Juli 2017, 13:36
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    Tierschutzorganisation Peta will Urheberrecht für Makaken einklagen; Fotograf überlegt, Hundesitter zu werden

    Der Streit um das Selfie eines Affen zieht sich mittlerweile seit Jahren hin. Die Tierschutzorganisation Peta hatte vor Gericht im Namen des Makaken Copyright-Ansprüche geltend gemacht, dem steht der Fotograf David Slater gegenüber. Er gibt an, dass der Affe das Selfie nie ohne seine Anwesenheit aufgenommen hätte und er ihn mit Tricks dazu gebracht habe, den Auslöser zu drücken. Der Rechtsstreit war aufgeflammt, nachdem Slater Wikimedia und andere Seiten wegen der Verwendung des Fotos abmahnen wollte. Er gibt an, mit dem Foto mehrere Millionen Dollar verdient haben zu können, doch dank des Rechtsstreits pleite zu sein.

    "Überlege, Hundesitter zu sein"

    "Ich versuche, ein Tennis-Coach zu werden und denke sogar darüber nach, ein Hundesitter zu sein", sagt Slater zum Guardian. Der jahrelange Rechtsstreit und fehlendes Einkommen durch seine Fotos aus Indonesien – die Reise hatte ihn selbst einiges gekostet – sorgen für eine prekäre finanzielle Situation. Dabei hatten ihm US-Gerichte schon Recht gegeben. Ein Richter gab damals in seiner Urteilsbegründung an, dass der Affe durch den Verlust des Urheberrechts "kein Geld, keine Reputation, keine Möglichkeiten verlieren" würde. Doch Peta hatte gegen nach dem ersten Urteilsspruch Berufung eingelegt.

    "PR-Aktion"

    Slater bezeichnet dies als PR-Schritt. Peta werbe für Spenden, während er als Fotograf finanziell am Ende sei. Ein Trost ist für ihn, dass es der Population der schwarzen Makaken, die auf den Selfies zu sehen ist, mittlerweile besser geht. Ziel der Fotos sei es gewesen, auf den gefährdeten Status der Tiere hinzuweisen. (red, 14.7.2017)

    • Wem gehört das Selfie – dem Affen oder dem Menschen?

      Wem gehört das Selfie – dem Affen oder dem Menschen?

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