"Lazare und der tote Mann am Strand": Verdeckte Agenda

    17. Juli 2017, 12:27
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    Robert Hültner liefert Lokalkolorit ohne Wohlfühl-Getue

    Am Strand in Südfrankreich wird ein Toter gefunden. Im Hinterland steht die Wohnwagensiedlung von Fahrenden, in der Nähe eine Disko, vor der es Streit gegeben haben soll. Ist der Gitan womöglich aus rassistischen Gründen umgebracht worden? Das banale Setting entwickelt sich im Roman von Robert Hültner zu einem komplizierten Fall.

    Kommissar Lazare aus Montpellier taucht bei den Polizisten vor Ort auf, warum wird er mit einer Routineermittlung befasst? Lazare hat eine verdeckte Agenda; aber auch er durchschaut nicht das gesamte Szenario. Zwei deutsche Polizisten durchkreuzen seine Pläne, weil sie hinter einem deutschen Neonazi her sind.

    Hültner liefert Lokalkolorit, wenn er zum Beispiel die Konflikte der örtlichen Bevölkerung mit den Ökospinnern, die die verlassenen Höfe in den Cevennen neu besiedeln, mit Sarkasmus beschreibt oder die Netzwerke der eingesessenen Potentaten auffliegen lässt. Ein feiner, gehaltvoller Krimi mit einem undurchsichtigen Kommissar und ganz ohne Wohlfühl-Kulinarik-Getue. (Ingeborg Sperl, Album, 17.7.2017)

    Robert Hültner, "Lazare und der tote Mann am Strand". € 20,60 / 380 Seiten. btb, München 2017

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    • Robert Hültner, "Lazare und der tote Mann am Strand". € 20,60 / 380 Seiten. btb, München 2017
      foto: btb

      Robert Hültner, "Lazare und der tote Mann am Strand". € 20,60 / 380 Seiten. btb, München 2017

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